Ergänzung eines HV in der Heizanlage

Hier kann jeder sein Heizungsprojekt vorstellen.
Benutzeravatar
smilei
--Mitglied--
Beiträge: 6
Holzvergaser: Mi 12. Apr 2017, 18:52
Bewertung: 0
Wohnort: Frankfurt

Ergänzung eines HV in der Heizanlage

Beitrag #15170 von smilei » Mo 17. Apr 2017, 19:41

Hallo,
ich habe mir erst registriert, da meine Heiztechnik bisher lediglich auf meinem eigenen Mist gewachsen ist.

Ich besitze einen Gaskessel 30kW, der über einen 1500 Liter Hygiene-Schichtpuffer mit integriertem Edelstahlwellrohrtauscher mein Haus heizt und warmes Wasser fabriziert.
An den ebenfalls integrierten Solartauscher sind knapp 20m² beste (zumindest teuerste xD) VRK angeschlossen, die mich beim Heizen bereits massiv unterstützen.
Meine Gaszähler behauptet, ich hätte vom 1.7.2016 (ist ein Wert aus der ausschließlich solar überbrückten Sommerpause) bis heute (fossile Heizsaison beendet, so die Sonne will)
2025 m³ Gas verbraucht (etwa 23 MWh).

Der Wärmemengenzähler an der Heizungsanlage sagt, meine Heizlast hätte 10kW nur selten überschritten.

Aus den verschiedensten Gründen musste ich mich nun mit der Zukunft meiner Heizungsanlage befassen ( Schornsteinfeger, Alter der Therme in der Mietwohnung, Schornsteinbelegung usw). Aus dem Vergleich der verschiedenen Wärmeerzeuger ist bisher der HV als Sieger hervorgegangen.

Ich habe mich bei den verschiedenen Herstellern bereits erkundigt und Prospekte und Bedienungsanleitungen gelesen.
Da ich möchte, dass sich meine Heizung irgendwann amortisiert (nicht so wie die Solaranlage - anderes Thema), kommen für mich nur günstige Kessel in Frage ( <4k€). Hierbei habe ich mich schon in den Attack SLX verliebt, lediglich die Größe ist noch offen. Meinem Bastelwahn scheint dieser Kessel ja auch genügend Spielraum zu lassen. :Klatsch

Wenn der vorhandene Speicher akzeptiert wird, bin ich auf einen HV < 27kW (1500l /55l/kW) beschränkt. Wenn ich sowieso einen zusätzlichen hinstellen muss, würde ich den so groß wie möglich wählen (2000l), HV mind. den SLX40 (der hat die 79er Ladungskammer)

der SLX 40 produziert lt. Anleitung ca 240 kWh in 6h, der SLX50 230kWh in 4,6h mit je einer Füllung.
Das bekomme ich mit meinen (dann) 3500l Gesamtvolumen dann problemlos gespeichert.
Da ich auch im Sommer z.B. die Fußbodenheizung im Bad betreibe, habe ich auch immer Abnahme.

Was mich allerdings massiv gewundert hat, waren die Dimensionen, in denen der HV-Kessel an das Heizsystem angeschlossen werden soll. :shock:
Ich finde die Stelle leider gerade nicht wieder, habe jedoch gelesen, dass der 25er bzw 30er Kessel mit DN32, bzw die größeren Kessel sogar mit DN40 angeschlossen werden sollen.

Da ich meinen 30kW Gaskessel (einstufig, nicht modulierend) seit wieder-inbetriebnahme erfolgreich und problemlos mit einer 22er Leitung fahre, wollte ich diesem Geheimnis auf die Spur kommen.
Die gesamte Berechnung befindet sich hier (ab Zeile 46): https://docs.google.com/spreadsheets/d/17bWdJ26hYs2qymQG06ZeGIruiwlXyQ0zcF1PfQtsV_Y/edit?usp=sharing

Ich wills hier kurz halten:

FAKT: Ein Liter Wasser kann bei Temperaturänderung um 1°C 1,16 Wh aufnehmen bzw abgeben.
FAKT: durch die Rücklaufanhebung erhalte ich einen "inneren"(HV-Rücklaufanhebung) und einen äusseren (Speicher) Kreislauf.
ANNAHME: Ich will eine Vorlauftemperatur von 90°C am HV (Bedienungsanleitung) und eine Rücklauftemperatur von 65°C (Bedienungsanleitung)halten
Bei 25°Spreizung und 30kW Leistung brauche ich somit 1034,48 liter Wasser in der Stunde (Zelle J51) im inneren Kreislauf.
Die Druckverluste im Rohr hab ich bei bosy gefunden und überschlägig so verwendet (Kupfer ist Kupfer - oder?)

ANNAHME: innerer Kreislauf: 2x90° Bogen, 2m Rohr, Rücklaufanhebung direkt neben HV.
FAKT: 1m Kupferrohr DN32 bei 1034 l/h -> 48 mbar Druckverluste.
ANNAHME: 90°Bogen hat den gleichen Druckverlust wie 1m Rohr.
ANNAHME: 4-Wege-Mischer, KVS-Wert 10, hat 11mbar Druckverlust

ANNAHME: gesamter Druckverlust im inneren Kreis beträgt 160 mbar.
FAKT: lt Pumpenkennlinie schafft das eine WILO YONOS PICO 1-4!

Bemerkung: der Laddomat soll direkt am Speicher montiert werden, so dass sich der innere Kreislauf teilweise massiv vergrößert. Abgesehen davon, dass ich den Grund nicht verstehe, möchte ich gerne einen steuerbaren 4-Wege-Mischer einsetzen. Hierbei ist die Montageposition dann wieder egal? (also dicht an den HV, damit im "ungünstigen" Bereich möglichst wenig Wasser erwärmt werden muss?)

Im Äusseren Kreislauf zum Speicher hab ich aber nun eine viel größere Spreizung: VL 90, RL 30 (Fußbodenheizung im ganzen Haus, ist also tatsächlich realistisch)
d.h. :
Bei 60°Spreizung und 30kW Leistung brauche ich nur noch 400 liter Wasser in der Stunde (Zelle J69) im äusseren Kreislauf, um meine 30kW zu transportieren.
Hier würde also locker DN25 reichen, wenn man nicht so viele Bögen verbaut oder der Speicher direkt daneben steht, auch DN20.

Warum wird hier so ein großer Querschnitt empfohlen?
Habt ihr auch so große Leitungen verlegt?

Ein Arbeitskollege von mir meinte, sein HV (30kW) wäre auch max. mit DN20 angeschlossen.

Danke erstmal fürs lesen und erste (kritische) Kommentare, wenn ich Infos vergessen habe, sagt Bescheid!
Auch für Hinweise bezüglich etwaiger Fehler bin ich sehr dankbar!

Grüße,

Stephan

Benutzeravatar
Stefan
...putzt hier nur
Beiträge: 2612
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 00:08
Bewertung: 603
Wohnort: Ostelsheim

Re: Ergänzung eines HV in der Heizanlage

Beitrag #15185 von Stefan » Di 18. Apr 2017, 00:21

Hallo Stephan,
und willkommen hier.

Ist ein umfangreicher Post, von mir erst mal folgende Vorschläge:
Stelle reichlich Puffer dazu und nimm eher den 40er Kessel, das macht das heizen später deutlich angenehmer.

Der SLX hat bisher ganz gute Kritiken bekommen, nur die Steuerung der Lambdaversion scheint wenig ausgereift zu sein. Wenn ich jetzt einen neuen Kessel bräuchte, und keinen wegen defekter Regelung günstigen gebrauchten aus der Premiumklasse finden würde, der "SLX Profi" wäre auch meine Wahl.
Der hat gute Gene, eine Aufrüstung zum lambdageregelten Kessel ist mit vertretbarem Aufwand möglich.

Bei einem 40 kW HV würde ich persönlich zumindest den Kesselkreis (bis zur Rücklaufanhebung) nicht unter 1 1/2", ( grob also DN 40) ausführen. Zumindest dort gilt es ein möglichst hohes Volumen mit vertretbarem Energieeinsatz umzuwälzen, das vermeidet Hotspots im Kessel und damit Probleme. Selbst bei längeren Wegen zum Puffer spart man in der Regel nur wenig wenn man dort geringere Querschnitte verbaut.
Ein HV ist keine Therme, mein 40er hat im Originalzustand über den Hauptabbrand deutlich über 60 kW in die Puffer geladen, auch wenn das nicht sonderlich ökonomisch war.

Egal ob Laddomat oder Mischer, die Rücklaufanhebung gehört immer direkt an den Kessel. Der soll nach dem anfeuern so schnell wie möglich warm werden.

Lies hier noch etwas rum und mach dich dann mal an einen Hydraulikplan...
Gruß vom Stefan (aka Hobbele ),
der auch ernst kann, wenn es mal gar nicht anders geht... ;)

Orlan 40 kW Holzvergaser, 4k Puffer, 10 qm Solar Flachkollektor, 2 PV Anlagen zusammen 107 kwp, Eigenbau- Frischwasserstation, bisher kein Backup, BHKW in Planung.

Benutzeravatar
smilei
--Mitglied--
Beiträge: 6
Holzvergaser: Mi 12. Apr 2017, 18:52
Bewertung: 0
Wohnort: Frankfurt

Re: Ergänzung eines HV in der Heizanlage

Beitrag #15190 von smilei » Di 18. Apr 2017, 13:20

Hi Stefan,

danke erstmal fürs lesen. Ja, ich weiss, es ist lang geworden, aber ich habe versucht, vollständige Infos zusammenzufügen.

der "SLX Profi" wäre auch meine Wahl


:Klatsch :Klatsch schön ;)


Das mit der Puffer-nahen Montage habe ich aus der Montageanleitung des Laddomat:
Zu beachten ist, dass mit längerer Distanz die Durchflusskapazität
sowohl beim Pumpendurchfluss als auch bei
der Selbstzirkulation abnimmt. Aus diesem Grund sollte
der Laddomat bei größerer Distanz nah am Pufferspeicher
platziert werden, siehe Beispiel auf Seite 12.


Auf Seite 12 steht nix mehr dazu ... ;)

Aber da du das genauso siehst, werde ich die Rücklaufanhebung so nah wie möglich am Kessel montieren.


vermeidet Hotspots im Kessel

Jaaaa, so macht das natürlich Sinn, mehr als das notwendige minimum zu zirkulieren... :idea:


Kann ich noch eine Daumen-Abschätzung von dir bekommen, wieviel "reichlich" Puffer wäre?
Gibts eine Höchstgrenze der Kessel-Leistung? Den SLX gibts ja bis 55 kW (klar, dickere Rohre), aber die gelieferte Energie pro Abbrand bleibt etwa gleich (240 kWh)...

puh, Hydraulikplan ... hab ich noch nie gemacht xD.. werd ich mich wohl mal reinlesen...

Grüße,
Stephan

Benutzeravatar
Stefan
...putzt hier nur
Beiträge: 2612
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 00:08
Bewertung: 603
Wohnort: Ostelsheim

Re: Ergänzung eines HV in der Heizanlage

Beitrag #15191 von Stefan » Di 18. Apr 2017, 14:52

Hallo Stephan,
zu viel Puffer gibt es eigentlich nicht, User HartlBe hat glaub 20.000 Liter verbaut und ist sehr zufrieden damit.

Auch ist die Frage "wie viel Puffer bei dieser Kesselleistung" eigentlich falsch, richtig wäre "wie viel Puffer braucht das Objekt". Du heizt ja mit dem Puffer, der Kessel füllt den nur. ;)

Will man trotzdem von der Kesselleistung ausgehen sollten es 100 Liter pro kW schon sein, dann kann man auch mal anfeuern bevor der Puffer ganz leer ist, das macht die Heizerei wesentlich komfortabler.

Die Kesselleistung wiederum ist gar nicht so wichtig, relevant ist eigentlich nur das Füllraumvolumen. Die Leistungsangabe sagt lediglich aus wie schnell der Inhalt des Füllraums verbrannt werden kann.
Meist hat ein Kessel mit höherer Leistung aber auch größere Wärmetauscher, hat man dazu noch eine gut isolierte Brennkammer kann man die Kiste auch mit ca. 50% der Nennleistung betreiben. Wenn der Kessel im Haus steht und seine Abwärme genutzt werden kann ist das meist eine ökonomische Lösung weil mit geringer Abgastemperatur so ein guter Wirkungsgrad erreicht wird. Kommt aber auch auf den Schornstein an.

Hydraulikpläne gibt es wie Sand am Meer, hier, bei Google, fast jeder Hersteller hat seine Vorschläge im Netz, da kann man sich Anregungen holen. Einen eigenen kann man dann von Hand malen, im Grafikprogramm oder z.B. mit Tapps2 von TA erstellen...
Gruß vom Stefan (aka Hobbele ),
der auch ernst kann, wenn es mal gar nicht anders geht... ;)

Orlan 40 kW Holzvergaser, 4k Puffer, 10 qm Solar Flachkollektor, 2 PV Anlagen zusammen 107 kwp, Eigenbau- Frischwasserstation, bisher kein Backup, BHKW in Planung.

Benutzeravatar
smilei
--Mitglied--
Beiträge: 6
Holzvergaser: Mi 12. Apr 2017, 18:52
Bewertung: 0
Wohnort: Frankfurt

Re: Ergänzung eines HV in der Heizanlage

Beitrag #15192 von smilei » Di 18. Apr 2017, 15:32

Hey Stefan,

zu viel Puffer gibt es eigentlich nicht

Ist mir mittlerweile klar (nach 20m2 VRK und *nur* 1500l Puffer)

Ich spiele mit dem Gedanken eines zusätzlichen 2000ers, mit den 3500l gesamt wär ich dann ja mit dem 40er Kessel (wegen dem längeren Brennraum) auch nicht mehr soooo falsch.... 20m3 krieg ich leider nicht (mehr) unter, das hätte ich wohl früher planen müssen ...

Der Kessel wird in der Garage stehen, zumal Attack ausdrücklich die Aufstellung in Wohnräumen verbietet. Aber auch da ist die Abwärme ja nicht verloren.

Tapps2 schau ich mir mal an, Danke für den Tipp. "zeichnen" ist nicht so wirklich meine Stärke;)

Grüße,
Stephan

Benutzeravatar
woodcracker
Bereichsmoderator
Beiträge: 550
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 14:12
Bewertung: 99
Wohnort: Tholey

Re: Ergänzung eines HV in der Heizanlage

Beitrag #15218 von woodcracker » Sa 22. Apr 2017, 06:57

Hallo Stephan, die Wahl des Kessels ist in Ordnung. Ich persönlich betreibe einen 35er SLX mit Profi Steuerung und LC Umbau. Läuft nun seit 2 Jahren Störungsfrei. Bei der Wahl der Leistung ist die BAFA Förderung zu beachten. Der 40er wird warum auch immer nicht gefördert, also lieber eine Nummer größer oder kleiner.
Grüße Uwe

Attack SLX 35 Profi Holzvergaser, LambdaCheck, 4000l Puffer,
Holzgasverteiler von Sven und Jens,


Zurück zu „Mein Heizungsprojekt“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast