Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Hydraulik von Heizungsanlagen

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friedrich
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Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11767 von friedrich » Mi 21. Dez 2016, 19:44

Mein Freund Helmut (Gazer) hat kürzlich einige Versuche mit seiner Kesselkreispumpe unternommen.

Dabei hat er sich an einer Baunach Beschreibung orientiert.

Das Endergebnis in Zusammenfassung:

Alles spricht für einen möglichst kleinen Volumenstrom durch den Wärmeerzeuger.
Da stellt sich die Frage: Wie klein darf der Volumenstrom denn überhaupt werden?
Nicht so kein, dass die maximal zulässige Vorlauftemperatur des Wärmeerzeugers überschritten wird! Also so klein wie möglich, aber so groß wie nötig.
Das probiert man am besten bei der Inbetriebnahme der Anlage aus, in dem man den Wärmeerzeuger auf maximale Leistung bringt und dann die Pumpendrehzahl so einstellt, dass die höchstmögliche Vorlauftemperatur erreicht wird, die einen störungsfreien Betrieb sicherstellt.


Jetzt kommt natürlich wieder die Rohrdimensionierung zum tragen.
Wenn man zu klein dimensioniert hat, braucht man einen bestimmten mindest Volumenstrom, um die Wärme aus dem Kessel zu bringen.
Der Nachteil ist, daß die Puffer durchmischt werden und keine vernünftige Schichtung erreicht wird.

Glücklich sind diejenigen, die ausreichend große Rohrquerschnitte gewählt haben.

Meine persönliche Sicht der Dinge hat sich jetzt etwas gewandelt.
Bisher war ich der Meinung, die Kesselkreispumpe immer mit Vollast, also Stufe 3 (ca. 100 Watt) laufen zu lassen.
Jetzt werde ich mit Stufe 2 experimentieren.

mfg friedrich
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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11770 von René » Mi 21. Dez 2016, 20:17

Hallo Friedrich,

da isser wieder, der Meinungsunterschied.

Der Herr, der das beschrieben hat unterliegt einem Denkfehler, meiner Meinung nach. Und zwar geht er von einer festen Rücklauftemperatur aus. Zu dieser kommt dann die schwankende Kesselleistung, was zu einer schwankenden Vorlauftemperatur führt. Dazu kommt noch, dass die feste Rücklauftemperatur so eingestellt sein sollte, dass bei maximaler Kesseltemperatur die TAS nicht abbläst.

Das sind regeltechnische Fehlkonstruktionen!

Was will ich denn haben?

Ich will eine möglichst gleichmäßige und konstante Vorlauftemperatur haben um damit eine höchstmöglichen Energiemenge in den Puffer zu bekommen.

Wie erreiche ich das?

Ich regle die Kesselvorlauftemperatur auf den gewünschten Sollwert mittel motorisch angetriebenem Mischer und Temperaturmessung plus einstellbarem PID-Regler. Jetzt habe ich zwar eine schwankende Kesseleingangstemperatur (je nach Leistung des Kessels), aber das gewünschte Ergebnis.

Zur Volumenstrom, ein Wärmetauscher überträgt die Energie am besten bei turbulenter Strömung um die Grenzschicht so klein wie möglich zu halten. siehe auch Reynoldszahl. Dem widerspricht jetzt eine Verringerung der Pumpenleistung.

Und da sind wir wieder bei den örtlichen Gegebenheiten. Die meisten Heizungsbauer verbauen dummerweise eine kontante Rücklaufanhebung mangels Wissen um die Regelungstechnik. Und so müssen sich die Benutzer von Heizanlagen mit dem verbauten Mist rumärgern und erfinden lauter tolle Sachen um vorher begangene Fehler mit neuen Fehlern auszubügeln.

Ich habe das an meiner Anlage mit einem ESBE Mischer plus Motor und der FT gelöst. Die regelt meine Kesselausgangstemperatur auf 85°C. Leider ist der PID in der FT nicht gerade freundlich zum einstellen der Totzeit was zu etwas Schwankungen führt. Ab und an schaukelt sich das auch auf. Meist jedoch sieht die Kurve recht gerade aus.

Drum zeigt die FT bei mir auch die Temperaturen anders an.

2016 11 05 Abbrand 02.png


Du siehst im ersten Graph die Kesseleingangstemperatur, im zweiten Graph die Kesselausgangstemperatur und im dritten Graph die Öffnung des Mischers. So schön sieht die Kurve nicht immer aus. Man sieht auch schön wie die Leistung des Kessels im Hauptabbrand größer ist, da hier die Spreizung etwas höher wird.

Nachsatz: ein weiterer Trugschluß ist die Strömungsgeschwindigkeit zwischen Kessel und Puffer. Diese ist abhängig vom Rohrquerschnitt, dem Delta-T von Pufferausgang und Puffereingang und der Kesselleistung. Am Kessel kann die Pumpe laufen so schnell oder langsam wie sie möchte, wenn die beiden Temperaturen am Puffer und die Kesselleistung die gleiche sind, wird bei gleichem Rohrquerschnitt auch der Volumenstrom der gleiche sein.

Nur das Delta-T am Kessel und die Mischeröffnung ändert sich mit Änderung der Pumpenleistung! Der Volumenstrom außerhalb des Kesselkreises bleibt derselbe!

Was ist denn deine Meinung dazu?
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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11776 von friedrich » Mi 21. Dez 2016, 21:10

Hallo Rene,

Du siehst das Thema ausschließlich aus der Sicht von Kessel, Rücklauf, Mischer, Wärmeübertragung u.s.w.

Wie Du eine optimale Schichtung mit maximalem Energieinhalt der Puffer erreichst, bleibt bei dieser Betrachtung unberücksichtigt. Das ist jedoch der Schwerpunkt der obigen Ausführungen.

Niemand betreibt seinen Kessel, um eine möglichst turbulente Strömung innerhalb des Kessels zu haben.
Das Ziel ist immer die im Kessel erzeugte Energie effektiv in die Puffer einzulagern.

"Gazer" hat mit der Umsetzung eine wesentlich bessere Pufferbeladung erreicht. - kleinere Pumpe, geringerer Volumenstrom....

Aber, jeder so wie er mag... kein Problem;

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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11778 von Stefan » Mi 21. Dez 2016, 21:16

Der Volumenstrom im Kessel sollte so hoch, wie bei vertretbarem Energieeinsatz möglich, sein.
Hatte jetzt gedacht das sei unstrittig, die Sache mit den Grenzschichten, der Effektivität der Tauscherflächen, der Vermeidung von Hotspots und des Risikos der Kesselsteinbildung... alles uralte Hüte, oder?

Das hat bei einer einigermaßen vernünftig gebauten Anlage ja auch rein gar nichts mit dem Volumenstrom im Pufferkreis zu tun, der ist lediglich von der Kesselleistung und der an der Rücklaufanhebung eingestellten Temperatur abhängig.

Oder diskutieren wir hier über Anlagen ohne Rücklaufanhebung? :Brett


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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11786 von friedrich » Mi 21. Dez 2016, 21:35

Stefan hat geschrieben:
Das hat bei einer einigermaßen vernünftig gebauten Anlage ja auch rein gar nichts mit dem Volumenstrom im Pufferkreis zu tun, der ist lediglich von der Kesselleistung und der an der Rücklaufanhebung eingestellten Temperatur abhängig.

Oder diskutieren wir hier über Anlagen ohne Rücklaufanhebung? :Brett


Oder diskutieren wir hier über eine Anlage, bei der tatsächlich die Pufferladepumpe oder die sog. Kesselkreispumpe keinen Einfluß auf den Volumenstrom im Puffer hat...?? grübel... grübel...

So eine Anlage habe ich leider nicht...

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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11795 von René » Mi 21. Dez 2016, 22:13

Also die Kesselpumpe hat nur indirekt mit dem Puffervolumenstrom zu tun. Der ist abhängig von der Kesselleistung und der Temperaturdifferenz Puffervorlauf/-rücklauf.

Und jetzt kommt noch die Krux an der Sache. Der Volumenstrom hat auch nur bedingt was mit der Schichtung zu tun. Hier kommt eher die Einströmgeschwindigkeit in den Puffer zum tragen. Und das auch wieder in Abhängigkeit zur Puffergröße. Wenn am Puffer mit 2" eingeströmt wird, kannst du wesentlich mehr Volumen umsetzen als wenn du mit 1/2" das gleiche Volumen in den Puffer jagst.

Meine 3 800 Liter Puffer schichten wunderbar. Stefan seine auch, wenn man die Logs mit den Puffertemperaturen anschaut. Hat ja auch was mit der Dichte des Wassers/Temperatur zu tun. Sonst würden die Schichtleitrohre nicht funktionieren.


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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11799 von Stefan » Mi 21. Dez 2016, 22:36

friedrich hat geschrieben:So eine Anlage habe ich leider nicht...


Dann hast keine Rücklaufanhebung? :hammerle

Nur dann würde die Pumpenleistung den Volumenstrom im Pufferkreis beeinflussen,
mit einer Rücklaufanhebung sind die einzigen Stellgrößen dafür nun mal die eingestellte Rücklauftemperatur und die Kesselleistung.
Alles andere wird nur dafür verwendet den Durchsatz im Kesselkreis hoch genug zu halten.

Natürlich kannst du mit weniger Pumpenleistung die Vorlauftemperatur erhöhen, aus den vorher erwähnten Gründen ist es aber wesentlich sinnvoller die Rücklauftemperatur an der Rücklaufanhebung höher einzustellen. Dann erhöht sich der Volumenstrom im Kesselkreis und der im Pufferkreis wird geringer. Somit erreichst du dein Ziel ohne Risiko für Schäden am Kessel mit einem höheren Wirkungsgrad des selben...


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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11804 von Problembär » Do 22. Dez 2016, 09:19

Hallo die Herren,

ich hoffe man verzeiht mir meine nicht hundertprozentig zum Thema passende Frage: ich lese hier und in anderen Fäden immer wieder von euren hohen Kesselvorlauftemperaturen von Mitte / Ende der 80°. Meine laienhafte Meinung war bisher immer: Eine bessere Wärmeübertragung ist doch durch eine niedrige Kesseltemp. (wegen der höheren Spreizung zwischen Kesseltauscherfläche und Abgas) zu erreichen.
Ich fahre zur Zeit (solange der Puffer nicht durchgeladen ist) testweise mit 79° Vorlauf bei mischergesteuerten 62° Rücklauf (also relativ kühl). Ladepumpendrehzahl pendelt dabei je nach Abgastemperatur und Kesselleistung zwischen 48% und 65%.
Ist meine Annahme falsch, oder ist die Sache komplizierter :?:

Gruß
Frank



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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11806 von hannibal » Do 22. Dez 2016, 09:44

problembär: "...Ist meine Annahme falsch, oder ist die Sache komplizierter :?: ..."


vollkommen richtig.
es ist - aus mehreren gründen - Humbug, mit deutlich über 80 grad kesseltemperatur zu arbeiten.

manche meinen, sie müssten das tun, um die Pufferspeicher besser ausnutzen zu können.
ist natürlich auch Humbug.

piss Tann
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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11808 von Stefan » Do 22. Dez 2016, 10:35

Hallo Frank,
der entscheidende Faktor für den Wirkungsgrad ist die Abgastemperatur. Ist die so nieder wie es dein Kamin zu lässt ist es egal welche Temperatur dein Kessel dabei hat...

Eine untergeordnete Rolle spielt noch die Zusammensetzung des Rauchgases, also deine chemischen Verluste. Ist kaum oder kein Restsauerstoff dabei wird es meist ineffektiv weil nicht aller Kohlenstoff verbrannt werden konnte.
Sind es bei Sturzbrandkesseln über 5% O2 ist der höher werdende Verlust dann nicht mehr chemisch bedingt sondern durch ein meist unnötig höher werdendes Volumen des Rauchgases.

Die Zeit fällt ganz aus der Rechnung, um eine bestimmte Menge Holz zu verbrennen brauchst du immer die gleiche Menge Sauerstoff, egal in welcher Zeit du das machst.

Also wird durch eine höhere Kesseltemperatur der Wirkungsgrad nur dann schlechter wenn sich deshalb die Abgastemperatur unnötig erhöht.


Gruß vom Stefan (aka Hobbele ),
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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11810 von René » Do 22. Dez 2016, 11:14

kommt drauf an was du haben möchtest und was deine Wärmeverteilung verlangt. Wenn du hohe Vorlauftemperaturen brauchst um dein Haus warm zu bekommen, solltest du hohe Puffertemperaturen haben. Hast du nur Fußboden-/Wandflächenheizung, dann reicht auch weniger. Und von der Puffergröße ist es auch abhängig. Je größer der Puffer, desto mehr Energie kann er zwischenspeichern.

hannibal hat geschrieben:es ist - aus mehreren gründen - Humbug, mit deutlich über 80 grad kesseltemperatur zu arbeiten.
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Soso, mehrere Gründe. Welche denn? Lass uns doch bitte nicht unwissend sterben. :mrgreen:


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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11811 von hannibal » Do 22. Dez 2016, 12:40

hobbele: "...Also wird durch eine höhere Kesseltemperatur der Wirkungsgrad nur dann schlechter wenn sich deshalb die Abgastemperatur unnötig erhöht...."

und, ich darf mir diese Ergänzung höflichst erlauben, steigen die pufferverluste mit zunehmender kesseltemperatur überproportional an, nicht wahr?

piss Tann

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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11813 von René » Do 22. Dez 2016, 12:55

hannibal hat geschrieben:hobbele: "...Also wird durch eine höhere Kesseltemperatur der Wirkungsgrad nur dann schlechter wenn sich deshalb die Abgastemperatur unnötig erhöht...."

und, ich darf mir diese Ergänzung höflichst erlauben, steigen die pufferverluste mit zunehmender kesseltemperatur überproportional an, nicht wahr?

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kommt darauf an, wo die Puffer stehen. Sind sie im Haus wo die Wärme eh benötigt wird, entstehen gar keine Verluste. :mrgreen:


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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11814 von Problembär » Do 22. Dez 2016, 13:22

hannibal hat geschrieben:...es ist - aus mehreren gründen - Humbug, mit deutlich über 80 grad kesseltemperatur zu arbeiten.

manche meinen, sie müssten das tun, um die Pufferspeicher besser ausnutzen zu können.
ist natürlich auch Humbug...

denke ich auch, da ja die Puffer dann am Abbrandende (wenn schon fast durchgeladen) auf Endtemperatur nahe 90° gebracht werden können.
Stefan hat geschrieben:...der entscheidende Faktor für den Wirkungsgrad ist die Abgastemperatur. Ist die so nieder wie es dein Kamin zu lässt ist es egal welche Temperatur dein Kessel dabei hat...

Den Zusammenhang Abgastemperatur - Wirkungsgrat habe ich schon in einem anderen Faden hier gelernt. Zum Glück habe ich mit der Höhe der Abgastemperatur absolut freie Hand (Schornstein feuchteunempfindlich W3G mit Kondensatablauf) und werde versuchen diese weiter abzusenken.
René hat geschrieben:kommt drauf an was du haben möchtest und was deine Wärmeverteilung verlangt. Wenn du hohe Vorlauftemperaturen brauchst um dein Haus warm zu bekommen, solltest du hohe Puffertemperaturen haben. Hast du nur Fußboden-/Wandflächenheizung, dann reicht auch weniger. Und von der Puffergröße ist es auch abhängig. Je größer der Puffer, desto mehr Energie kann er zwischenspeichern.

Zum Glück passt bei mir ziemlich genau eine volle Kesselfüllung in den Puffer, sprich die Puffer-Enddtemperatur ist am Abbrandende ob nun mit hoher oder niedriger Kesseltemp. sowieso meist über 85°.

Da ich hier von keinen großen Nachteilen lese, werde ich mal weiter in Richtung niedrigere Kesseltemp. testen.
(ist am Ende sicher auch materialschonender)

Gruß und danke
Frank



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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11818 von kmvar » Do 22. Dez 2016, 16:54

Hallo Frank,

Problembär hat geschrieben:Da ich hier von keinen großen Nachteilen lese, werde ich mal weiter in Richtung niedrigere Kesseltemp. testen.
(ist am Ende sicher auch materialschonender)


die Brennkammertemperatur sollte man noch im Auge behalten. Ist diese zu niedrig geht CO und VOC ins Abgas und es glänzt im Schornstein. ;)

Also nicht Übertreiben mit Abgastemperatur. Kannst du die BRT messen?

MbG

Daniel


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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11823 von HJH » Do 22. Dez 2016, 21:37

Hallo @Rene,

Kannst du mal eine Skizze hier rein setzen wie deine hydr. Verschaltung ausgeführt worden ist?

mfg
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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11824 von René » Do 22. Dez 2016, 21:55

Ja, kann ich. Muss sie allerdings erst mal wieder aufzeichnen. Hab da nur Handskizzen im Keller rumliegen. Gibts dann morgen. Evtl. scan ichs in der Firma ein und mach ein PDF draus.


Gruß René

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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11833 von HJH » Do 22. Dez 2016, 23:16

Hallo,

Irgendwie merkt man die 7...
Wie kann man hier Teile von anderen Beiträgen einfügen ?

Aber zum Thema.
Ich würde @Rene soweit recht geben, das man zuerst einmal festlegen sollte, was man will und was man kann.

Zuerst einmal muss man eine Temperatur über 58...60°C als Mindesttemperatur zum Kessel einhalten.
Wegen dem Taupunkt.
Da so ein Regler auch mal überschwingt und auch der Brennstoff nicht nach DIN ist (oder EN) ist,
der Taupunkt schwankt mit der Holzfeuchte und dem Luftüberschuss bei der Verbrennung,
habe ich für mich als unterste Temperatur 65°C fest gelegt.

Der nächste Punkt ist die Grenztemperatur nach oben.
Den habe ich mit 80°C eingestellt.
Immer mit der Vorgabe, das so ein Regler auch mal schwankt.
Ab 88°C im Vorlauf sagt mein Regler, egal wie hoch die Rauchgastemperatur ist, runter mit der Leistung,
indem die Primärluft auf ein Minimum reduziert wird.

Das Warum steht im Anhang "Temperaturabsicherung".
Auch sind Möglichkeiten der Rücklaufanhebung gezeigt.
Das kann durch einen Laddomat erfolgen (richtige Größe auswählen).
oder durch die Regelung der Pumpendrehzahl,
oder durch einen Mischer,
auch geht das durch ein.- und Ausschalten der Pumpe im Sollwertbereich des Vorlaufes.

Jetzt liegt man zwischen 2 Punkten mit denen die Anlage betrieben werden kann.
Nutzt man die Temperaturerhöhung von 15°K aus (80°C - 65°C), benötigt man eine kleinere Fördermengen der Pumpe.
Also, kleine Pumpe, weniger Anschaffungskosten.

Hat aber einen Haken.
Wenn der Kessel gut am Brennen ist, aber der Speicher voll ist, Rücklauftemperatur wird zu 80°C,
dann steigt die Vorlauftemperatur innerhalb kurzer Zeit auf 80°C + 15°K = 95°C.
Dann wird (kann) der Heizungsraum zur Waschküche.

Bekommt man in den Griff wenn man den Speicher niemals ganz befüllt.
Oder wenn man eine kleinere Temperaturspreizung fährt.
Kleinere Temperaturspreizung = größere Fördermenge = größere Pumpe.

Das was @Hannibal sagte mit der überproportionalen Wärmeverlust bei höheren Temperaturen stimmt so nicht.
Der Wärmeverlust (U-Wert) rechnet sich nach [W/m² K].
Da ist nichts von überproportional drin.

Die Strömungsgeschwindigkeit ist nur Abhängig von der Fördermenge und dem Querschnitt der Rohrleitung.
Natürlich ist die Fördermenge wieder von der Leistung abhängig.
Aber zur direkten Betrachtung zählt nur der 1, Satz.

Ändert sich der Querschnitt, dann ändert sich sofort die Strömungsgeschwindigkeit.
Wo will das Wasser auch sonst hin?

Bei einem Speicher sollte man deshalb auf die Öffnung zum Speichereintritt bzw. Austritt achten.
Sonst gibt es hohe Geschwindigkeiten wenn das da zu klein wird.

Wird das Rohr irgendwo kleiner, dann erhöht sich nur an dieser Stelle die Strömungsgeschwindigkeit.
Nur, es erhöht sich der Druckverlust.
Den muss man mit einer höheren Pumpenleistung im gesamten Betriebszeitraum bezahlen, weil:

Leistung Umwälzpumpen:
Doppelter Durchfluss bei gleichem Durchmesser bedeutet 4-fachen Widerstand und 16-fache Stromaufnahme der Pumpe!
Link Pumpeninformation:
http://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/ ... n-tech.pdf

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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11854 von hannibal » Fr 23. Dez 2016, 14:29

HJH behauptet:
„ … Das was @Hannibal sagte mit der überproportionalen Wärmeverlust bei höheren Temperaturen stimmt so nicht.
Der Wärmeverlust (U-Wert) rechnet sich nach [W/m² K].
Da ist nichts von überproportional drin. …“


Lieber HJH,

was ich sage stimmt!

Offenbar bist Du mit Deinen 70 lenzen immer noch zu jung, um meinen geistigen Höhenflügen folgen zu können.

Zur Veranschaulichung:

Nehme eine Wasserflasche aus Glas.
.
Fülle sie mit heissem Wasser (z. B. 90 grad).

Stecke ein von aussen ablesbares Thermometer rein.

Stelle eine Uhr daneben.

Lese jetzt die Temperatur ab in regelmäßigen Zeitabständen von meinetwegen 3 Minuten und notiere die abgelesenen Werte.

Du wirst feststellen, dass die Anfangstemperatur von 90 Grad nicht gleichmäßig ( zeitlich proportional) abnimmt.

Sie wird vielmehr in den ersten Zeitintervallen von jeweils 3 Minuten viel schneller sinken als meinetwegen nach 15 oder 20 minuten.

Und genau das gleiche prinzip spielt sich im pufferspeicher ab. Nur eben nicht so signifikant alle paar minuten..

Auch (aber nicht nur) aus diesem Grund sollte man die Puffer nicht zu heiss befüllen.

Noch Fragen, Herr Kollege?

Piss Tann
hannibal



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Re: Kesselkreispumpe, Volumenstrom, Pufferladung

Beitrag #11855 von Helmut » Fr 23. Dez 2016, 16:40

hannibal hat geschrieben:
......Auch (aber nicht nur) aus diesem Grund sollte man die Puffer nicht zu heiss befüllen.....


Eigentlich logisch sollte man meinen. Seltsamer weise ist dies den meisten bei einer Solaranlage klar. Hohe Temepraturen bringt nur verluste. Ist im endefekt anderstherum genau das gleiche. Eine Große Heizfläche mit niedriger Temperatur macht mehr Sinn und hat auch weniger verluste wie eine kleine Heizfläche mit hoher Temperatur.

Meistens scheiterts jedoch am Puffervolumen..... Also muss ich bei den jetzigen Temperaturen (+3 bis -5) die Puffer (2400L) auf im Schnitt 80° heizen um 24std. ohne Probleme über die runden zu kommen (von Anfang Heizen). Wäre jetzt ein 40KW Kessel mit dem dopelltem Puffervolumen vorhanden, könnten auch niedrigere Temperaturen gefahren werden. Dann hätte ich aber auch mehr verluste in der Übergangszeit oder um WW zu machen wenn mal keine Sonne scheint....... Kann man sich jetzt ausrechnen was günstiger ist ;)
Also sollte eigentlich klar sein: Temperatur runter so weit wie möglich! Also so viel Puffer um nur Raumtemp. zu speichern..... bis zum Perpetum Mobile :mrgreen:

Wenns den so einfach wäre....


mfg
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