Anobium punctatum

Zeigt uns wie Männer Holz machen.

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Anobium punctatum

Beitrag #16342 von Stefan » Sa 7. Okt 2017, 22:52

Bevor jetzt "Anobium punctatum" bei Google in den Suchanfragen ganz oben steht :Paniki
es geht um den ganz gemeinen Nagekäfer, umgangssprachlich wegen der Aktivität der Larven auch Holzwurm genannt.

War ich doch bisher der Überzeugung dass der nur älteres Holz befällt wurde ich heute eines besseren belehrt.​

Nach dem das drehwüchsige Nadelholz nun verheizt ist habe ich eine Palette vom Frühling 2015 angebrochen, das Holz liegt da also also seit 2,5 Jahren drin. Hatte mich gewundert dass das auf der Rutsche in den Heizraum staubt wie blöd, einen Blick weiter war dann völlig klar dass da der Wurm drin ist:
Anobium punctatum.jpg


Die Larven kommen nun in den Genuss einer perfekten Verbrennung, die Regelungen von Harald sind ja dafür bekannt auch in größeren Krematorien für eine saubere Verbrennung zu sorgen. :mrgreen:

Bin echt perplex, nicht nur weil ich so was bisher noch nie hatte sondern auch weil das Mehl auf den Bildern von Eichenstücken die darüber lagen stammt. Mein Holzwurm scheint nur auf Eiche zu stehen, die Buche hat fast keine Löcher. Dabei gilt doch gerade die wegen ihres niedrigen ph- Werts als relativ resistent gegen solchen Befall. :shock:
Hab jetzt mal überwiegend die Eiche in den Kessel gepackt, nicht dass sich sich die armen Larven noch am Bindemittel der OSB- Platten der Puffereinhausung eine Magenverstimmung holen und mir die die Bude :L (vollkotzen)

Habt Ihr so was auch schon mal beobachtet?
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Re: Anobium punctatum

Beitrag #16343 von Spaltmaxe » Sa 7. Okt 2017, 23:03

Der mag hauptsächlich das Splintholz von Eiche Kiefer Lärche und anderen Nadelhölzern.
Das kommt immer wieder vor wo das Holz noch mehr Restfeuchte hat.


Gruß Jürgen


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Re: Anobium punctatum

Beitrag #16344 von Helmut » So 8. Okt 2017, 00:33

Esche ist auch ganz begehrt bei den kleinen Nagerchen......
Bei Eiche ist der Vorteil, es wird nur der Splint befallen. Der Rest ist ihm zu "bitter". Deshalb wird beim Möbelbau etc... eigentlich der Splint großzügig weggeschnitten.


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Re: Anobium punctatum

Beitrag #16345 von Stefan » So 8. Okt 2017, 01:13

Spaltmaxe hat geschrieben:Das kommt immer wieder vor wo das Holz noch mehr Restfeuchte hat.


Hab jetzt extra das Schätzeisen kalibriert, ne Batterie ausgetauscht, jetzt passt es. An der frischen Spaltfläche der Eiche 15% Restfeuchte, bei der Buche 12%. Nach Korrekturtabelle liegen beide bei real 11%.

Die Larve überlebt wohl bis 10%, darunter nicht lange. Unter 15% ist sie kaum aktiv, also muss der Befall älter sein. In diesen Paletten (Dach drauf, sonnig stehend, lange Seite der Paletten und damit die Stirnseite der Holzstücke in West / Ostausrichtung stehend) hat das Holz nach einem Jahr über den Sommer normalerweise unter 10% Restfeuchte.

Scheint ne extrem zähe Sorte zu sein.... :hammerle


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Re: Anobium punctatum

Beitrag #16349 von Spaltmaxe » So 8. Okt 2017, 11:40

Es gibt auch noch den Holzbock. Der ist auch inMöbeln zuhause.


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Re: Anobium punctatum

Beitrag #16350 von Stefan » So 8. Okt 2017, 12:17

Stimmt,
so langsam komme ich auch drauf:
Es ist der Hausbock (Holzbock ist eigentlich ne Zecke) der nur in trockene Hölzern geht, aber nur ins Splintholz von Nadelhölzern.
Das mit dem trockenen Holz hatte ich dem Holzwurm zuerst auch unterstellt, der fühlt sich aber bei höheren Holzfeuchten um so wohler.

Hatte das halt in der Intensität noch nie.
Da die Larven in den Eichenstücken "wohnen" ist es aber immerhin auf jeden Fall der Nagekäfer was bedeutet dass dem meine Puffereinhausung oder auch der Dachstuhl auf jeden Fall zu trocken ist. 8-)


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Re: Anobium punctatum

Beitrag #16352 von Helmut » So 8. Okt 2017, 13:16

Der Hausbock hat sich auf Bauholz mit einer feuchte von 12% abwärts speziealisiert und ist in Brennholz nicht zu finden. Holz das älter ist wie 80 Jahre nimmt er nur, wenn nichts anderes da ist. Durch die künstliche trocknung des Holzes, ist es ebenfalls uninterresant für ihn.
Weiterhin ist er eher ein fauler Zeitgenosse, und ist eher Ortstreu. Hat er optimale Bedingungen, legt das Weibchen August bis September bis zu 50 Eier in 1-2mm breite und min. 5mm tiefe Ritzen oder Spalten vom Holz. Holz das eine feuchte über 12% hat, ist für die Eiablage uninterresant. Dann kommen die Mänchen und befruchten die Sache. Danach sterben die Käfer. Die Larven können sich nun je nach Eiweißgehalt im Holz bis zu 18 Jahre durchfressen. Den Larven ist relativ egal durch was für ein Holz sie sich fressen. Wird also Holz im Altbau verwendet, dass der Hausbock nicht zur Eiablage nutzt, frisst sich die Larve trotzdem durch wenn dieses Holz direkte an befallenem Holz anliegt. Je nach dem was für ein Holz dauert es Länger oder kürzer bis sie sich vor der Verpuppung ins innere des Holzes fressen und dort eine Puppenstube bilden. Jetzt verwandeln sich die Larven zu Käfern und fressen sich nach außen. Dann geht das Spiel wieder von vorne los.......
Die Ausflug Löcher des Hausbockes sind Oval nicht Rund.

Hier ein paar nette Bilder
befall3.jpg

befall5.jpg

Drecksviecher.jpg

Schon-ausgeflogen.jpg


Das gemeine daran ist, man sieht ihn nicht! Wenn z.B. Holzmehl unter einem Balken zu sehen ist, ist der Hausbock schon längst ausgeflogen und der Gang wird von anderen Insekten genutzt. Im besten Fall von z.B. einer Schlupfwespe, die machen dem Holz nichts und sind nützlinge, im Schlimmsten Fall von Roßameisen (Auch Termiten des Nordens genannt), die zerfressen das Holz weiter.

Andere Bockarten wie z.B. Fichtenbock etc... fühlen sich im Frischholz wohl. Die könne durchaus im Brennholz sein. Ist dieser im Haus, kann es sein, dass z.B. ungetrocknetes Holz verbaut und/oder diverse Restrinde an den kanten der Balken z.B. nicht abgezogen wurde. Der verpisst sich aber nach 2-3 Jahren und sucht sich frisches feuchtes Holz draußen. Ist in dem Sinne kein Schädling bzgl. des Bauholzes. Der Schaden ist dann eher optisch.

Soweit mein wissen aus dem Kopf heraus....
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Re: Anobium punctatum

Beitrag #16375 von René » Mo 9. Okt 2017, 09:24

Kenn ich auch. Ab und an kann man das "knuspern" im Holz hören, wenn es im Heizraum liegt. Ist halt ein Naturprodukt. Wenn man kein Viechzeug im Haus haben will, darf man halt nicht mit holz heizen. :mrgreen:


Gruß René

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