Solarthermie oder PV?

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Mathias
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Mathias » Sa 11. Mai 2019, 15:06

Das Thema lässt mich nicht mehr los.

Auf das West Dach, ohne Schatten, wären es ca 78 qm... da könnte man ca 48 Module von diesem Modell drauf setzen.

https://www.photovoltaik4all.de/solarmo ... c-370-mono

Plus Montage System, Wechselrichter und Lohn... Muss ich mich wohl mal nach Angeboten umschauen.

Momentan hab ich schon Probleme, einen Dachdecker zu finden, der den sturmschaden repariert.
Ist nicht der Rede wert, aber das scheint das Problem zu sein.
Sich mal eben 400 - 500 € in 20 Minuten verdienen lohnt wohl nicht mehr.
Grüße
Mattes

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Helmut » Sa 11. Mai 2019, 17:47

Mathias hat geschrieben: Sich mal eben 400 - 500 € in 20 Minuten verdienen lohnt wohl nicht mehr.
War gerade eben bei einem "Freund". Er fragte mich ob ich ihm helfen kann, seine Wasserleitung sei undicht. Hats gleich meinte er..... Ist ca. ne halbe Stunde von mir weg...... Ich bin dann, bevor ich überhaupt angefangen habe, wieder gegangen und meinte mit schnell mal machen ist es da nicht getan......
Soviel zu den 20 Minuten ;)
mfg
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Mathias » Sa 11. Mai 2019, 23:29

Mag sein, daß dein Kumpel das unterschätzt hat.

Bei uns sind 5 Pfannen zu ersetzen.
Gleicher Schaden wie vor 3 Jahren, nur andere Seite vom Dach und das hat damals nicht mal 20 Minuten gedauert.

Hätte ich noch Pfannen, würde ich das auch selbst machen, ist nicht so hoch wie bei dem anderen Dach, aber so zahlt die Versicherung und ich hab Zeit für andere Baustellen oder die Familie.
Grüße
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Stefan » So 12. Mai 2019, 10:50

Mathias hat geschrieben:Auf das West Dach, ohne Schatten, wären es ca 78 qm...
Sofern möglich Ost/West bauen, damit juckt dich die 70% Regelung nicht weiter und nach 20 Jahren fällt der Ertrag immer noch gleichmäßiger und damit günstiger für den Eigenverbrauch an.

Das Vorgehen übers PV Forum hat Friedrich schon beschrieben.
Aber schnell sein, wenn der 52 GW Deckel greift ist es erst mal vorbei mit dem einspeisen...
Gruß vom Stefan (aka Hobbele ),
der auch ernst kann, wenn es mal gar nicht anders geht... ;)

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Sven » Di 29. Okt 2019, 19:58

so mich hat nun auch der Virus von PV gepackt....
lasse mir gerade mal ein paar Angebote machen, bin echt mal gespannt was da raus kommt
lg
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Helmut » Di 29. Okt 2019, 20:08

Sven hat geschrieben:
Di 29. Okt 2019, 19:58
so mich hat nun auch der Virus von PV gepackt....
Viel Spaß dabei, ich bin jedenfalls zu dem Entschluss gekommen, es ist noch zu früh für den "Hausgebrauch". Zu teuer und zu kompliziert.
Aber das ist meine Meinung!

Im Moment bekommt man ja nicht einmal anständige "LED-Solar-Akku" Leuchten die wirklich Sommer wie Winter über jahre funktionieren. Außer eine, die Leuchtet seit sage und schreibe 9Jahren Sommer wie Winter unseren Hof aus..... alle anderen von diesem Modell, die ich danach gekauft habe, waren nach 2-3 Jahre schrott, bzw. nicht mehr reparabel... gingen einfach aus.... auch nach Akkutausch...defekte Elektronik...... 5 Stück an der Zahl, weil ich so begeistert war von der einen.... die noch funktioniert. Leider keine Garntie weil zu alt...... Auch direkt über Brennestuhl war die Aussage -> Neu kaufen....

Auch wenns nur ein paar "hochwertige" Strahler waren die pro Stück ca. 30Euro kosten :Paniki

Und nun stellt sich mir die Frage, wozu PV auf dem Dach, wenn ich selbst nicht wirklich davon provitieren kann, sondern das ganze eigentlich nur Geld kostet, was ich eigentlich nicht habe....

Im Moment sammle ich Kerzen, die werden weggeschmissen :Paniki ne quatsch..., aber so ähnlich :mrgreen:
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Sven » Di 29. Okt 2019, 20:14

naja ich lasse mal 5 Firmen antanzen und mal schauen was die mir verkaufen wollen.....
möchte max. ca 10 000 Euro ausgeben
Der letzte bot mir sogar einen Heizstab mit 0.1 - 3 KW für die Pufferspeicher für ca 800 Euro an

Aber wie gesagt wir lassen uns mal überraschen
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Stefan » Di 29. Okt 2019, 22:53

Da im Zuge des "Klimapakets" der 52 GW Deckel gefallen ist besteht wenigstens kein Grund zur Hektik mehr.

Zu beachten wäre aber dass es immer von Vorteil ist so eine Anlage im Januar und nicht im Dezember in Betrieb zu nehmen. Dadurch sichert man sich die Einspeisevergütung für fast 21 Jahre. Denn auch bei hohem Eigenverbrauch, bezahlt wird die Anlage über die Einspeisevergütung übers Sommerhalbjahr...
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Mi 30. Okt 2019, 17:25

Ist eine PV-Anlage immer noch interessant, bei 10 Cent Einspeisevergütung??

Einfache Grobrechnung:

Kosten der Anlage bei ca. 7,5 KWp Leistung ca. 10 000 Euro; (ist so eine Standardgröße für ein Einfamilienhaus)

Stromproduktion/Jahr: 7500 KWh;
Einnahmen/Jahr: 750.- Euro; (Stromverkauf)
AFA/Jahr: 500.- Euro (Das ist die Abschreibung auf 20 Jahre gerechnet)

Differenz zwischen AFA und Einnahmen: 250.- Euro
(Das bleibt pro Jahr übrig - auch bei der Einnahmenüberschußrechnung für das Finanzamt wird das so gerechnet)
Diese 250.- Euro sind dann zu versteueren.

Wenn noch eine Versicherung, Reparatur, oder Finanzierung dazukommt, wirds noch ungünstiger...

Jetzt können wir noch berücksichtigen, daß ein gewisser Anteil Eigenverbrauch ist.
Dann reduzieren sich die Einnahmen beim Stromverkauf, aber dafür spart man teuren Kaufstrom.
Aber auch dieser Eigenverbrauch muß versteuert werden und zwar nicht mit 10 Cent/KWh, sondern mit den Preis des teuren Kaufstroms. (in der Regel mit 30 Cent/KWh)
Normalerweise hat man maximal ca. 20 % Eigenverbrauch.
Das wären dann 1500 KWh Eigenverbrauch und 6000 KWh beim Stromverkauf;

Ob das Ganze nun Sinn macht, muß jeder für sich selbst entscheiden.
Nicht vergessen sollte man auch den bürokratischen Aufwand, der einige Zeit in Anspruch nimmt.
Wenn man das nicht selbst macht und einen Steuerberater überläßt, wird der Gewinn sich bei "Null" einpendeln, oder ins minus gehen...
Dann brauchst Du auch nichts zu versteuern. :)

Wenn Du jedoch mehrere Jahre hintereinander immer minus machen solltest, dann wird das Finanzamt Deine PV-Anlage als Liebhaberei einstufen und du kannst den Verlust auch nicht mehr steuermindern einsetzen.

Also nur wenn Du Gewinn machst, zahlst Du Steuern, sobald Du Verlust machst, ist das Finanzamt aus vor und du bist alleine verantwortlich.

Wenn also der Steuerberater mehr als 250.- Euro/Jahr kosten sollte, dann wirst Du nie einen Gewinn machen. (laut obigem Beispiel)

Wenn Du aber fleißig bist, und Dich in die Thematik einarbeitest, dann machst Du tatsächlich 250.- Euro Gewinn, den du versteuern darfst.
In 20 Jahren (das ist die rechnerische Labensdauer der Anlage) sind das dann 5000.- Euro, aber 10000 .- Euro hat die Anlage gekostet???
Das sind dann nur 5000.- Euro Verlust??? :Magi:
Ist das evtl. ein Grund, weshalb kaum noch PV-Anlagen gebaut werden???
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Mi 30. Okt 2019, 18:22

Wie wird nun eine PV-Anlage auch bei nur 10 Cent Einspeißevergütung interessant und rentabel?

Rentabel wird etwas, wenn man Gewinn erzielt...

Das besprechen wir dann demnächst, oder gibt es hierzu Ideen?
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Helmut » Mi 30. Okt 2019, 18:34

friedrich hat geschrieben:
Mi 30. Okt 2019, 18:22
..... oder gibt es hierzu Ideen?
Jup! Einfach weniger Strom verbrauchen. Aber nicht zu wenig, sonst wirds wieder teuer :mrgreen:
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Stefan » Mi 30. Okt 2019, 18:55

Wie wäre es mit richtigen Zahlen?
Anlagen bis 10 kWp bringen 11,83 Cent Einspeisevergütung netto je kWh,
mit jeder selbst verbrauchten kWh spart man also etwa 18 Cent, abzüglich EEG Umlage usw. ca. 15 Cent.

Überhaupt die Steuer als Argument zu bringen, macht das Sinn? Wenn ich Geld verdiene zahle ich halt Steuern, dafür bekomme ich die Bildung meiner Kinder, Straßen, Sicherheit usw. Also ich zahle lieber mehr Steuern als keine, dann würde ich nämlich entweder nicht verdienen oder die Gesellschaft betrügen...

Wenn man aktuell eine PV- Anlage für maximal 1.200 €/kWp baut wird man Steuern zahlen müssen, weil man, sofern man das nicht an eine senkrechte Nordwand klatscht, Geld damit verdienen wird.

Meine 99,8 kWp Anlage zahlt sich in weniger als 8 Jahren selbst (104.000 € Kosten, 1.100 € monatliche Einspeisevergütung) und das ganz ohne Eigenverbrauch...
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Mi 30. Okt 2019, 19:26

Nun bringen wir unsere Modell- PV-Anlage in die Gewinnzone:

Aktuelle Einspeisevergütungen: (das sind die aktuellen Zahlen)
Inbetriebnahme bis 10 kWP bis 40 kWp bis 100 kWp
1.10.2019 10,18 Cent 9,90 Cent 7,78 Cent

Es wird nicht mehr, es sind ab dem 1.10.2019 nur 10,18 Cent/KWh Einspeißevergütung. Alle anderen Zahlen sind falsch.
Wir rechnen mit 10 Cent - ist einfacher.

Um nun unsere Anlage innerhalb von 20 Jahre in die Gewinnzone zu bringen, haben wir folgende Möglichkeiten:

1. Kaufpreis:

Hier müßten wir die komplette Anlage für 5000.- Euro kaufen können. Das ist jedoch unrealistisch.
Wenn wir das Billigste vom Billigen nehmen, dann können wir mit 1100.- Euro/KWp rechnen.
Das ergibt dann einen Anlagenpreis von 8250.- Euro. - reicht nicht um in die Gewinnzone zu kommen.

2. Eigenverbrauch:

Nur mit der Einspeißevergütung kommen wir innerhalb von 20 Jahren niemals auf eine Amortisation des Anlagenpreises.
Da nur 250.- Euro/Jahr Gewinn möglich sind.

Aber:
Der Schlüssel für den Gewinn ist der Eigenverbrauch.

Mit nur 20 % Eigenverbrauch (1500 KWh) machen wir 450.- Euro zusätzlichen Gewinn.

Um bei unserem obigen Beispiel zu bleiben sieht es dann wie folgt aus: (7500 KWh/Jahr ist die Stromproduktion)

6000 KWh - Einspeißen - ergibt 600.- Euro Einnahmen für den Stromverkauf;
1500 KWh - Eigenverbrauch - ergibt 450.- Euro Gewinn; (bei 30 Cent Kaufpreis für die KWh)

Zusammen sind das dann 1050.- Euro Einnahmen, abzüglich der 500.- Euro AFA bleiben dann 550.- Euro Gewinn/Jahr übrig.

Es wird dann immer noch knapp, aber in 18,18 Jahren wäre dann der Anlagenpreis von 10000 Euro bezahlt.

Zusammenfassung:

Wir benötigen einen möglichst günstigen Kaufpreis der Anlage, in Verbindung mit einem hohen Eigenverbrauch, um heute ein PV-Anlage rentabel zu machen.
Die niedrige Einspeißevergütung reicht nicht aus, um in die Amortisationszone (innerhalb von 20 Jahren) zu kommen.

Umso höher der Eigenverbrauch, umso schneller ist die Anlage amortisiert.

Interessenten können einmal mit 40 % Eigenverbrauch rechnen.
Das kann man z.B. mit einem E-Auto erreichen. Dann wirds richtig interessant.
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Helmut » Mi 30. Okt 2019, 19:44

friedrich hat geschrieben:
Mi 30. Okt 2019, 19:26

Umso höher der Eigenverbrauch, umso schneller ist die Anlage amortisiert.
Würde für mich im Umkehrschluss heißen, wir lassen einfach tagsüber die Lichter an :mrgreen:

Wie ihr ja schon festgestellt habt, bin ich nicht der Typ der sich gern alles schön rechnet.... außer es macht Spaß :mrgreen: .... Von dem her ist meine Meinung, eine PV Anlage auf einem Einfamilienhaus macht nur Sinn, wenn man einen Speicher dafür hat, oder ein Elektroauto, dass dann eben in diesem Sinne, als Speicher "fungiert".

Alles andere macht irgendwie keinen Sinn. Außer man baut die PV Anlage selbst aufs Dach.
Ist eben im endefekt wie mit den Solarthermieanlagen, wobei, wenn man z.B. nur einfache Flachkollis nimmt sieht die sache schon anders aus... Aber soweit "soll die Technik" bzgl. PV (für den Otto normalverbraucher) eben noch nicht sein.... Leider
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Mi 30. Okt 2019, 20:05

Wir rechnen jetzt noch einmal eine PV-Traumanlage durch: (obiges Model)

Kaufpreis: 8200.- Euro; (günstigst)
Leistung: 7,5 KWp;
Ertrag: 8000 KWh/Jahr; (maximal)
Eigenverbrauch: 40 %; (optimal)

Eingespeißter Strom bringt dann: 4800 KWh x 0,1 Euro = 480.- Euro;
Eigenverbrauchter Strom: 3200 KWh x 0,3 Euro = 960.- Euro;

Summe: 1440.- Euro Gesamteinnahmen/Jahr;

AFA: 410.- Euro/Jahr; (8200.- Euro/20)

Gewinn/Jahr: 1440.- Euro - 410.- Euro = 1030.- Euro Gewinn/Jahr;

Jetzt wird sich die Anlage in ca. 8 Jahren amortisieren.

So eine Anlage würde ich mir wünschen. :Magi:
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Sven » Mi 30. Okt 2019, 22:31

genau so soll die Anlage sein :-)

wir haben im Jahr ca 5000 kwh an Strom
für den nächsten Sommer ist auch noch eine Klimaanlage geplant
evtl. in den nächsten Jahren ein Hybrid bzw eine Elektro Auto für die Frau
Und der Strom wird bestimmt nicht billiger in Zukunft oder glaubt wer ernsthaft daran das er in 15 Jahren noch 30 Cent kostet?
Selbst wenn die Anlage rechnerich erst in 15 Jahren bezahlt ist somit drücke ich aber die monatlichen Unkosten ein wenig und steigere den Wert meines Hauses..... Ansonsten fahre ich mit dem Geld in Urlaub und habe nach 2 Wochen nichts mehr als eine Erinnerung :-)
lg
LG Sven

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Mi 30. Okt 2019, 23:02

Hallo Sven,

richtig erkannt, Du weißt jetzt, worauf Du achten mußt.

Eine heute installierte PV-Anlage ist nicht zu vergleichen mit einer früher installierten PV-Anlage.
Die früher installiert Anlagen wurden nur auf Einspeißung ausgelegt. Da war kein Eigenverbrauch vorgesehen.
Bei einer hohen Einspeißevergütung, die höher ist als der aktuelle Strompreis machte damals Eigenverbrauch überhaupt keinen Sinn.
Das ist heute komplett anders.
Eine heutige Anlage wird nur mit einem möglichst hohen Eigenverbrauchsanteil interessant.

Deine Idee mit Klimaanlage im Sommer ist also der richtige Weg.
Statt einem Hybridauto würde ich Dir ein voll elektrisches Auto empfehlen. Damit steigt Dein Eigenverbauch noch weiter.

Von einer separaten Speicherlösung bin ich zwischenzeitlich abgekommen.
Im E-Auto hast Du einen ausreichend großen Speicher, wenn Du auch tagsüber (vor allem im Sommer) laden kannst.

Noch viel Spaß beim projektieren.

mfg friedrich
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Mathias » Do 31. Okt 2019, 00:27

Seriöse Anbieter werden die Anlage auf eigenverbrauch auslegen.

11 Cent war bei mir zuletzt auch noch aktuell, aber ernsthaft, ob 11 oder 10 Cent macht da kaum einen Unterschied.

Eigenverbrauch versteuern? Wäre mir neu, hat nicht mal der Steuerberater was zu gesagt.

Ab 10kwp kommt die eeg Zulage drauf bzw. wird abgezogen.

Ca. 3 Cent pro kWh und das auch auf eigenverbrauch.

Ansonsten ist das mit den Angeboten so eine Sache.
Billig kann OK sein, aber nach 12 Jahren ein Defekt ist ärgerlich.

Unsere Anlage ist so konzipiert, daß wir mit 3 haushalten knapp 44% eigenverbrauch erzielen können.
Ohne PKW und ohne Klimaanlagen.

Letztere sind zum Teil vorhanden und werden in naher Zukunft per wassereinsatz mit eingebunden.

Mich stört noch der Brunnen... der Brunnenbauer möchte für 30 Meter Tiefe mit allem drum und dran 5000€ haben und das gibt das budget momentan nicht her.
Grüße
Mattes

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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von friedrich » Do 31. Okt 2019, 08:02

Noch eine Info für alle angehenden Rentner mit einer PV-Anlage.

Auf Einkünfte aus einer PV-Anlage sind Krankenkassenbeiträge und auch Pflegeversicherungsbeiträge zu zahlen.
Da sind ca. 18 % weg.
Man zahlt hier den doppelten Satz: Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil;

Es gibt einen Freibetrag:
Wenn man als Rentner auf weniger als 155,75 Euro im Monat kommt (Stand 2019), zahlt man keine Abgaben.
Allerdings werden die Einnahmen aus der PV-Anlage mit sonstigen Betriebsrenten zusammengezählt.

Deshalb sollte man unterhalb der Freibetragsgrenze bleiben, wer auch nur 1 Euro drüber kommt, zahlt auf den vollen Betrag die Abgaben.

Wer also gut fürs Alter vorgesorgt hat und über diesen Freibetrag kommt, zahlt...
Deshalb gibt es den Zusammenschluß der sog. Direktversicherungsgeschädigten, die seit Jahren dagegen prodestieren.

Meiner Krankenkasse muß ich jährlich meine komplette Steuererklärung zusenden. Das ist Gesetz... da gibt es auch keinen Datenschutz...??
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Re: Solarthermie oder PV?

Beitrag von Stefan » Do 31. Okt 2019, 09:44

friedrich hat geschrieben:
Mi 30. Okt 2019, 19:26
Inbetriebnahme bis 10 kWP bis 40 kWp bis 100 kWp
1.10.2019 10,18 Cent 9,90 Cent 7,78 Cent
Richtig, da war meine Information veraltet. Damit wird es natürlich schwieriger die Anlage kurzfristig zu amortisieren, und wenn man einen alten Zählerschrank oder keinen freien Platz drin mehr hat wird es vermutlich unrentabel.

Da hat unsere Politik wieder ganze Arbeit geleistet...
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