Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Benutzeravatar
friedrich
Bereichsmoderator
Beiträge: 700
Holzvergaser: Mo 1. Feb 2016, 11:23
Bewertung: 104
Wohnort: Herzogenaurach

Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10616 von friedrich » Mi 16. Nov 2016, 16:27

Ja, - evtl. sind wir hier doch bei "Wünsch Dir was"??

Es ist möglich einmal einen Wunschkessel nach eigenen Vorstellungen zu bauen.
So zum Spaß, was eben technisch machbar ist.
Dabei sind keinerlei wirtschaftliche Aspekte vorrangig zu betrachten.

Das ist einfach nur ein Kessel, der alle bisher gesammelten Erfahrungen zusammenfaßt.
Wie sollte so ein Kessel aufgebaut sein?

Natürlich wird der Kessel aus Edelstahlplatten gebaut werden. Diese liegen bereits auf Lager...

Wird der Kessel Saugzug- oder Druckgebläse erhalten?
Ein Lüfter oder zwei Lüfter?
Brennkammergeometrie?
Vergasungsraumauslegung?
Luftführung?
HKS?
Wärmetauscherreinigung?
u.s.w.

mfg friedrich
Solarbayer HVS 25E
Gussdüse+Holzgasverteiler, Lambdageregelt;
2000 Ltr. Pufferspeicher
HKS mit Eigenbausteuerung;
autom. Wärmetauscherreinigung;

Benutzeravatar
hannibal
--Mitglied--
Beiträge: 309
Holzvergaser: Fr 19. Feb 2016, 19:40
Bewertung: 78
Wohnort: Rastatt

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10617 von hannibal » Mi 16. Nov 2016, 16:46

"...Das ist einfach nur ein Kessel, der alle bisher gesammelten Erfahrungen zusammenfaßt.
Wie sollte so ein Kessel aufgebaut sein?
..."

schau Dir als vorlage einen lopper an.
den kann man - in etwa - eins zu eins nachbauen, wenn man handwerklich geschickt genug ist (ich könnte es natürlich nicht).
solide kesselbauer-handarbeit.
nix mit Kunststoff und Plastik und so.
hat nur ein gebläse.
und von wegen hks.
da gibt's nix zu rütteln,
der läuft problemlos ein leben lang,
wenn man lang genug lebt :D

piss Tann

Benutzeravatar
René
Bereichsmoderator
Beiträge: 1162
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 12:52
Bewertung: 200

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10618 von René » Mi 16. Nov 2016, 17:01

friedrich hat geschrieben:Wird der Kessel Saugzug- oder Druckgebläse erhalten?
Ein Lüfter oder zwei Lüfter?
Brennkammergeometrie?
Vergasungsraumauslegung?
Luftführung?
HKS?
Wärmetauscherreinigung?
u.s.w.

mfg friedrich


Ich nehm mal deine Liste als Vorlage:

Saugzug ein Lüfter
Doppelrohrbrennkammer aus HT-Edelstahl (Sveni weiß die Materialnummer)
Füllraumvolumen 250 Liter 50 cm Scheitlänge, Schrägen sind nicht nötig, flacher Boden
Luftführung getrennt, Primär seitlich 6 -10 cm oberhalb Kammerboden, sekundär durch die Düse, beides mit Klappen (Belimo)
HKS, aus meiner Sicht nicht unbedingt nötig, allerdings verheize ich zur Hauptsache Laubholz. Pappel habe ich derzeit dabei, die gast wie verrückt aus, die darf erst weiter oben liegen beim anfeuern. Fichte-Tanne kommt bei mir wohl erst zum Frühjahr in den Kessel, da habe ich gar keine Erfahrungen
Wärmetauscherreinigung Ja, unter der Bedingung, dass eine sehr sauberer Verbrennung vorhanden ist. Wenn die Kiste zickt, verklebt das wie sau. Da wäre Manuelles reinigen besser.

Als Steuerung eine Weiterentwicklung der Flammtronik. Da wäre eine Glutbettbelüftung nach dem Hauptausbrand mein Ziel damit nicht die ganze Glut zum Kamin raus geblasen wird. Dann noch eine besser einstellbare Rücklaufanhebungsregelung (kaskadierte PID-Regler).

Mehr muss eine Kesselsteuerung nicht können. Den Rest sollte man per UVR regeln, da ist diese universeller einsetzbar (Heizkreise, Puffermanagement, Solarkreise, FriWaS)

So im Großen und Ganzen mein Vorschlag.
Gruß René

Wir sind hier nicht bei "Wünsch dir was" !

:mrgreen: Holzvergaser Forum, das rockt. :mrgreen:

Benutzeravatar
René
Bereichsmoderator
Beiträge: 1162
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 12:52
Bewertung: 200

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10619 von René » Mi 16. Nov 2016, 17:03

hannibal hat geschrieben:schau Dir als vorlage einen lopper an.


informier dich mal über Probleme zum Lopper. Nix mit Handwerkskunst. Dicken Stahl zusammen braten kann jeder Dorfschlosser. Frag doch mal die Kunden nach den Ersatzteilepreisen....

Schon der Preis für den Eisenhaufen ist astronomisch.
Gruß René

Wir sind hier nicht bei "Wünsch dir was" !

:mrgreen: Holzvergaser Forum, das rockt. :mrgreen:

Benutzeravatar
wuefu
--Mitglied--
Beiträge: 52
Holzvergaser: Di 1. Mär 2016, 13:30
Bewertung: 6
Wohnort: Neufahrn

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10622 von wuefu » Mi 16. Nov 2016, 17:34

Hallo,

da komme ich gleich als altbekannter Sicherheitsbedenkenträger ...........

Einen Eigenbaukessel wird dir der Kaminkehrer nicht abnehmen, falls in D wohnhaft.
Auch bezüglich der Brandschutzversicherung solltest du dich vorher informieren.
Könnte mir vorstellen, dass sowas in der heutigen Zeit nicht mehr gehen wird.

Michael
Windhager DuoWin, Logwin + Biowin (Scheitholz/Pellets) 18/15 KW, 2 x 1000 l Puffer, Pelletkessel ohne Rücklaufanhebung direkt in die Heizkreise (Radiatoren + Fußbodenheizung), Brauchwasserwärmepumpe ohne Anbindung an Heizung

Benutzeravatar
friedrich
Bereichsmoderator
Beiträge: 700
Holzvergaser: Mo 1. Feb 2016, 11:23
Bewertung: 104
Wohnort: Herzogenaurach

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10626 von friedrich » Mi 16. Nov 2016, 19:04

wuefu hat geschrieben:Hallo,

da komme ich gleich als altbekannter Sicherheitsbedenkenträger ...........

Einen Eigenbaukessel wird dir der Kaminkehrer nicht abnehmen, falls in D wohnhaft.
Auch bezüglich der Brandschutzversicherung solltest du dich vorher informieren.
Könnte mir vorstellen, dass sowas in der heutigen Zeit nicht mehr gehen wird.

Michael


stimmt, da hast Du natürlich recht.... eine Zulassung interessiert überhaupt nicht....schon gar nicht in Deutschland...

Deshalb habe ich geschrieben..."nur so zum Spaß";

und der Spaß fängt eben dann an, wenn das Geld und auch die Nützlichkeit weniger eine Rolle spielt.

Achtung: Das ist alles verboten und nicht zur Nachahmung empfohlen, vor allem nicht in "D"

Der Bau und die Inbetriebnahme eines neuen Eigenbaukessels ist generell illegal.
Um diesen Unsinn von Anfang an zu bekämpfen, würde ich auch das Nachdenken über neue Dinge generell unter Strafe stellen.

mfg friedrich
Solarbayer HVS 25E
Gussdüse+Holzgasverteiler, Lambdageregelt;
2000 Ltr. Pufferspeicher
HKS mit Eigenbausteuerung;
autom. Wärmetauscherreinigung;

Benutzeravatar
Helmut
Globaler Moderator
Beiträge: 2143
Holzvergaser: Fr 29. Jan 2016, 13:52
Bewertung: 307
Wohnort: Leutkirch

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10629 von Helmut » Mi 16. Nov 2016, 20:04

"Das" ist typisch Deutsch. Jammern auf hohem niveau aber selbst den Arsch nicht bewegen und sich auf die Industrie "verlassen" ;)
mfg
Helmut

Holzvergaser - Kessel (Sturzbrandkessel) Orlan 25 mit FT, Eigenbau Frischwasserstation, UVR1611, FWR21, CAN Modul, 2 Heizkreise (Heizkörper, Fubo/Wahei), 6m² Solarthermie

Benutzeravatar
Ralf
Administrator
Beiträge: 327
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 12:23
Bewertung: 64
Wohnort: Straubenhardt

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10630 von Ralf » Mi 16. Nov 2016, 21:31

Klasse, dass endlich mal jemand den Eigenbau angeht :Klatsch

Leider habe ich selbst keine Erfahrung mit Saugzugkessel, HKS etc. Ich habe nur einen ollen Orlan, bei dem einige Umbaumaßnahmen schief gegangen sind.

Allerdings mag ich einfache Dinge. Deshalb würde ich versuchen, den Kessel ohne HKS auszulegen. Ich würde stattdessen den Füllraum gezielt isolieren, damit da wo man Glut will, sich auch welche bilden kann. Die Anzahl der Gebläse würde ich davon abhängig machen, was technisch einfacher ist. Ein zweites Gebläse ist wahrscheinlich einfacher als irgendwelche elektromechanischen Regelungen, die notwendig würden, wenn man nur mit einem Gebläse arbeitet.
Eine Anheizklappe würde ich, wenn möglich, vermeiden. Wenn, dann muss sie aber sicher dicht sein und bleiben.
Der Füllraum sollte sich auf keinen Fall nach unten verengen, wie beim Orlan. Als Volumen hätte ich gerne 300l. Schön fände ich, wenn man Meter-Scheide einlegen könnte.
Die Luftführung halte ich für unerheblich. Ich würde den einfachsten Weg gehen und die Luft von oben rein lassen. Durch die Isolierung des Füllraums bildet sich ohnehin dort die Glut, wo sie sein muss. Evtl. würde ich versuchen die Luft vor zu heizen.
Die Brennkammer würde ich aus dem Stahl von Sven herstellen. Allerdings als Kasten, der nur eine Öffnung zur Düse hin hat und eine Auslassöffnung für die heißen Gase. Zum reinigen könnte der Boden als separate Schale ausgelegt werden.
Die WT-Reinigung würde ich manuell für den Handbetrieb mit Hebel auslegen, wie beim Orlan.
Die Düse sollte so eingebaut sein, dass sie nicht zum verstopfen neigt. Die Sekundärluft würde ich unabhängig von der Düse in die BK einblasen. Dadurch vereinfacht sich auch die Geometrie der Düse.
Die Steuerung sollte eine verbesserte FT sein, möglichst mit eigenen Programmiermöglichkeiten.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem neuen Spaßprojekt.

VG
Ralf
Orlan 60kW Holzvergaser, 4000l Puffer, Flammtronik
Geplant: Kesselsteuerung mit Raspberry Pi

Benutzeravatar
René
Bereichsmoderator
Beiträge: 1162
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 12:52
Bewertung: 200

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10632 von René » Mi 16. Nov 2016, 21:34

Michael, halt die Klappe :hammerle :mrgreen:

bring lieber mal Input. Es ist gar kein Thema, einen selbst gebauten Kessel zuzulassen. Kostet halt ein bisserl für die Messungen. Da kennst sich Friedrich nun wirklich besser aus. Ich selbst übrigens auch. So eine Idee hatte ich vor 12 Jahren schon einmal und habe damals bei den diversen TÜV-Stellen rum telefoniert. Alles easy, wenn man das Geld mal außer Acht lässt.
Gruß René

Wir sind hier nicht bei "Wünsch dir was" !

:mrgreen: Holzvergaser Forum, das rockt. :mrgreen:

spikisveni
Bereichsmoderator
Beiträge: 169
Holzvergaser: Mi 10. Feb 2016, 23:47
Bewertung: 75
Wohnort: Magdeburg

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10634 von spikisveni » Mi 16. Nov 2016, 22:06

So Friedrich da wir ja heute beschlossen haben die Sache jetzt selber in die Hand zu nehmen ,
habe ich mich heute bereits um die nun Folgenden punkte gekümmert.
1. Als erstes heute 4 Tafeln 1500x3000x6mm V4A bestellt (liegen zur Abholung am Freitag bereit) 848 Kg
2. Mit Harald Buss gesprochen und er wird uns unterstützen ,bzw. setzt die kleinen Sonderwünsche um(soweit machbar)
3. Neuer Laser 6KW steht zur Verfügung und wartet auf futter, die Laser Firma unter stützt uns auch
er meinte sogar, wenn ich mochte dann kann ich den kessel mit dem Laser Robotor Schweißen.
Ich werde den kessel mit 8-9 wärmetauscher rohren planen so kann ich ohne Turbos den kessel auch im Brennwert bereich von 80- 90° betreiben könnten. :D
wenn sie nicht gebraucht werden , dann mach ich sie einfach zu.!!??
Alle teile an dem kessel werde ich aus V4A machen .

mfg Sveni :Paniki
Zuletzt geändert von spikisveni am Mi 16. Nov 2016, 22:14, insgesamt 1-mal geändert.

HKruse
--Mitglied--
Beiträge: 254
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 22:21
Bewertung: 51
Wohnort: NI/weser

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10635 von HKruse » Mi 16. Nov 2016, 22:13

moin Friedrich,
so ein Kessel sollte "indoortauglich" sein, HWR, Diele
seit 2009 heize ich atmos, gelegentlich einen FischerGaTx(seitl.Abbrand wie köb und euro)
ich würde mich beim "Neubau" an zwei Konstrukten orientieren :
A..Sturzbrand...
Vedolux(http://www.roland-hermann-heizungsbau.d ... 1363535050)
B... seitl.Abbrand....
Heitzmann (HS 20-P.LC/H und HS 25-P.LC/HS) http://ibs-eng.com/de/hh_produkte_heizmann_hs20LC.html
beide haben gut durchdachte Wärmetauscher(Nachlegerauchabzug)

Regelung :
Typ K-fühler, also die Windhager-Regelung als Maßstab
[oder zB H.Buß, zwei typK-Steuerungen hat er für andere Hersteller entwickelt...]
(zwischen Ofen-WT und Kamin läuft nichts mehr,...das Mikro gehört auf die Bühne, nicht an den "Abgang"...)

den 40er atmos-Sturzbrand kann ich sauber mit 100°C Abgastemperatur laufen lassen
auch wenn mein Kessel eine dritte Luke vorn hätte,
seitl.Abbrand/Rost-Primärluft ist einfacher zu "händeln"
...gut 200 L Füllraum(für 200-300m2 Hütten brauchen lange Abbrandauer) > 20-25kw Kesselleistung reicht
...also bitte "plagitiert" mir sowas ähnliches wie den Heitzmann.....
Gruß Heinrich
saugzugundogmatisch
LC-40atmos-BRT

Benutzeravatar
Stefan
...putzt hier nur
Beiträge: 2416
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 00:08
Bewertung: 567
Wohnort: Ostelsheim

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10643 von Stefan » Mi 16. Nov 2016, 23:38

Hehe,
geiler Fred den Friedrich da angestoßen hat.

Ganz grundsätzlich könnte man sich an den Premiumkesseln orientieren, Saugzug stinkt nie, Vorhängebleche isolieren, tiefe Primärluft vermeidet Hohlbrand, großer isolierter Brennraum sorgt für gute Abgaswerte, eigentlich bräuchte man nix eigenes zu bauen seit Attack das ganze für nen fairen Kurs anbietet, wenn... :mrgreen:
...da nicht immer so beschissene Regelungen drauf wären. :Brett

Also wenn ich nen neuen Kessel bräuchte und keinen günstigen gut erhaltenen Premiumkessel mit defekter Regelung finden würde wäre ein Attack SLX Profi meine Wahl. Den Schalter der das regeln sollte raus werfen und ne FT dran, das gibt ne Einheit die für um die 5000.- weit mehr Spaß macht als so was wie ETA / Fröling / Brunner für mehr als den doppelten Invest. Die gesparten 5000.- kann man für Motorräder, Frauen oder zur Not auch sinnlos ausgeben. 8-)

Einen eigenen Druckkessel zu bauen, welcher einem eventuell die echt nervtötende Sucherei nach der Falschluftquelle erspart und per HKS Hohlbrand sichererer schon im Ansatz vermeidet als das Vorhängebleche leisten könnten sehe ich als wirklich sportliches Projekt.
Auch wenn ich eher einen sich nach oben etwas verjüngenden isolierten Füllraum statt eines HKS bauen würde, meinen Respekt und meine Bewunderung für euer Projekt habt ihr auf jeden Fall :Klatsch
Gruß vom Stefan (aka Hobbele ),
der auch ernst kann, wenn es mal gar nicht anders geht... ;)

Orlan 40 kW Holzvergaser, 4k Puffer, 10 qm Solar Flachkollektor, Eigenbau- Frischwasserstation, bisher kein Backup, BHKW in Planung.

Benutzeravatar
woodcracker
Bereichsmoderator
Beiträge: 550
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 14:12
Bewertung: 99
Wohnort: Tholey

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10647 von woodcracker » Do 17. Nov 2016, 06:20

Kann mich dem Stefan nur anschließen, Respekt!!!

Wenn Saugzug, Absaugvorrichtung mit einplanen, ähnlich wie bei meinem Attack. Ist einfach und funzt. Ne Anfeuertür wäre auch was schickes. Der Füllraum ist wegen den Abmaßen beschränkt, irgendwann ist da Schluss mit lustig, aber 300 l sind da durchaus realistisch.
Grüße Uwe

Attack SLX 35 Profi Holzvergaser, LambdaCheck, 4000l Puffer,
Holzgasverteiler von Sven und Jens,

Benutzeravatar
HJH
--Mitglied--
Beiträge: 150
Holzvergaser: Sa 19. Mär 2016, 23:24
Bewertung: 53
Wohnort: Dillenburg

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10653 von HJH » Do 17. Nov 2016, 12:55

Hallo,

Erst noch einmal meinen Dank an @friedrich an die Gussdüse.
geht immer noch recht gut.
Bis jetzt noch kein Verschleiß zu erkennen.
Wegen eines neuen Brennverteilers über der Düse melde ich mich noch einmal.


Wie könnte man einen HV neu machen?

Grundsätzlich spielen die 3 T immer noch eine Rolle.

1.Temperatur
2. Time
3.Turbulenz
um einen guten Ausbrand zu bekommen.

Die Brenntemperatur sollte die 800°C schon überschreiten.
Das Maß dabei ist der Rest-CO im Rauchgas.
Fährt man eine niedrigere Temperatur dann wird die Materialbelastung geringer,
aber die Gefahr der CO-Bildung steigt.

Die Temperatur am Ausgang der Brennkammer (BT2), nach der Zugabe von Sekundärluft, kann man durch die
Sekundärluft leicht in den Griff bekommen.
Ein Problem ist die Temperatur zur Brennkammer vor der Zugabe von Sekundärluft (BT2).

Diese Temperatur (BT2) ist Vorrangig von der Heizfläche im Füllraum abhängig.
Aus diesem Grund bauen die Hersteller seit einigen Jahren die Abhängebleche ein.

Macht man den Füllraum größer um einen möglichst langen Abbrand zu erhalten, dann sinkt die Brenntemperatur (BT1) zur Brennkammer.
Hier sind Erfahrungswerte gefragt.

Die Größe der Brennkammer bestimmt die Brennzeit. Auch ist die Geometrie verantwortlich für die Turbulenz,
damit die Vermischung der Rauchgase mit dem Sauerstoff der Luft.
Dazu bieten sich Umlenkungen an.
Die Geschwindigkeit der Brenngase sollten dabei nicht zu hoch sein.

Die Messung des Sauerstoffes sollte mit einer Breitbandsonde erfolgen.

Ich habe in meine Regelung letztes Jahr noch eine Änderung eingebaut.
Es betrifft die gezielte Primärluftzugabe nach dem Start nach einer Neubefüllung.
Hier gebe ich nach einer Rampe (15Min) die Primärluft von etwa 38% auf 65% über eine Zeitrampe zu.
Wobei die max Primärluft bei mir bei 75% und die min Prim.-Luft bei 17% liegt.

Erreiche ich während dem Hochfahren eine Rauchgastemperatur oder eine Brenntemperatur (BT2),
dann fahre ich, wieder an einer Rampe die PL wieder zurück, auch wenn die 65% nicht erreicht wurden.

Beim Zurückfahren bleibe ich für ein paar Min bei 42% stehen und lasse das Feuer etwas ruhiger werden.
Dann fahre ich weiter an der Rampe runter bis 38% und warte wieder ein wenig um dann die gesamte PL dem PID Regler zu übergeben.

Den Vorteil den ich dabei sehe, ist das egal ob Buche oder leicht gasende Fichtenbretter, das Feuer wird durch diese selbst einstellende Zündphase
am Anfang nicht zu stark ausgasender Glut angeregt.
Ein Puffen durch starkes Gasen ist danach so gut wie weg.
Über die gesamte Brennzeit ein gleichmäßiger Abbrand mit sehr wenigen Hohbränden,
welche sich eigentlich immer selbst wieder schnell auflösen.

Wird zwischendurch natürlich die Fülltür geöffnet, brennt das Feuer stärker, regelt sich dann aber wieder ein.

Dann ist die Direktzugklappe am Vigas natürlich ein ständiger Problemfall.
Diese muss, wenigstens bei mir, ständig gereinigt werden.
Habe ich aber noch keine Lösung für.

Dann habe ich bei mir einen Saugzug eingebaut.
Öffnet die Klappe, wird der Saugzug sofort eingeschaltet, die Regelung wird festgehalten mit den Momentanwerten.
Die Luftgebläse gehen aus.
Nach dem Schließen der Klappe starten die Gebläse wieder, die Regelung fährt mit den alten Vorgabewerten weiter,
ist aber noch nicht in Regelung.
Beim Erreichen der letzten Abgastemperatur geht alles wieder, eigentlich stoßfrei, in die Regelung über.

mfg
HJH

Benutzeravatar
Mathias
--Mitglied--
Beiträge: 595
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 21:13
Bewertung: 94
Wohnort: Herten

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10663 von Mathias » Do 17. Nov 2016, 15:25

Klasse Idee!

Das ganze mit fertigungsstrasse planen.

Ich finde, die Kiste sollte leicht zu reinigen sein.
Oft sind die Keller niedrig.

Anheizklappe - absolut dicht.

Hks - warum nicht.

Füllraum isolieren.

Automatische Beschickung?

Günstige Reparatur.
Grüße
Mattes

SolarBayer HVS 40E Holzvergaser, Flammtronik, Große Brennkammer, Gussdüse, 3200l Puffer, 500l Warmwasser Speicher, 730l MAG,
270qm WF, 8 Personen, Solarthermie geplant
Rücklaufanhebung + Heizkreis via Arduino geregelt.

Benutzeravatar
friedrich
Bereichsmoderator
Beiträge: 700
Holzvergaser: Mo 1. Feb 2016, 11:23
Bewertung: 104
Wohnort: Herzogenaurach

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10664 von friedrich » Do 17. Nov 2016, 15:31

Damit der Kessel auch richtig Spaß macht, soll das nicht ein Nachbau der bereits vorhandenen Kessel werden.

Natürlich kann man bewährte Komponenten übernehmen.
Trotzdem sollte der Kessel auch Details haben, die man nicht oder noch nicht kaufen kann.

Ich könnte mir z.B. vorstellen, daß man eine Brennkammertür hat und zwei Vergasungskammertüren.

Vergasungskammertür 1 - unten - hier legt man ganz normal die Holzmenge eines z.B. 30 KW Kessels ein;
Vergasungskammertür 2 - oben drüber, also über VGT 1 - hier legt man eine zweite Holzmenge ein;
Sobald die VGK1 abgebrannt ist, kann über Klappen das Holz von der VGK 1 in die VGK 2 fallen; - doppelte Brenndauer??

Sozusagen eine halbautomatische Beschickung;
Der Kessel wird dann mindesten 180 bis 200 cm hoch;

Man schaun ob Sven davon begeistert werden kann.

mfg friedrich
Solarbayer HVS 25E
Gussdüse+Holzgasverteiler, Lambdageregelt;
2000 Ltr. Pufferspeicher
HKS mit Eigenbausteuerung;
autom. Wärmetauscherreinigung;

Benutzeravatar
hannibal
--Mitglied--
Beiträge: 309
Holzvergaser: Fr 19. Feb 2016, 19:40
Bewertung: 78
Wohnort: Rastatt

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10670 von hannibal » Do 17. Nov 2016, 17:57

@renne:

sach an, alter,
warum schimpfst Du so über lopper?
glaubst Du, dass die Ersatzteile von viessmann/KÖB, brunner, ETA, HDG etc. etc. billiger sind?

ich habe mir Brennkammer, füllraum und düse der loppers angeschaut.
wer handwerklich begabt ist baut die selber nach, wenn ihm die Ersatzteile zu teuer sind.
auch an meinem KÖB könnte ich die Brennkammer und die düse selbst nachbauen. selbst ich als nicht-Handwerker bekäme das hin.
der rest der genannten kessel ist im prinzio unkaputtbar, insbesondere beim lopper.
ich bin mir sicher, dass meine jetzt knapp 4 jahre alte düse (durchbrandöffnung) locker 10 jahre alt wird. sieht jetzt noch nach 4 jahren noch aus wie neu.
die Brennkammer besteht aus ein paar zusammengesteckten rechteckigen steinplatten. auch die könnte man selbst einbauen.

und beim lopper arbeiten die mit austauschbaren wabensteinen. einfach genial.

also schimpfe nicht so über die loppers :P
man muss das rad nicht neu erfinden, wenn andere es schon erfunden haben.

piss Tann
hannibal

Benutzeravatar
digger
--Mitglied--
Beiträge: 233
Holzvergaser: Do 11. Feb 2016, 12:44
Bewertung: 38
Wohnort: Koberg

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10673 von digger » Do 17. Nov 2016, 18:09

Moin,
ich bin für eine zweite Luke von oben, damit man Kleinkram ohne Probleme in den Kessel bekommt. Und ich würde einen zweiten Wärmetauscher fürs Abgas hinter den Kessel hängen um in den Brennwertbereich zu kommen. Mit Wasserspülung zur Reinigung.

mfg
Nur Hubraum zählt

Orlan Super 60KW mit Eigenbau-Brennkammer in Sarg-form
11qm Solar
4000l Puffer
Holzgasteiler und Düsenkästen von Sven
Gussdüsen von Friedrich

und immer dreckige Finger von Ami-Motoren 8-)

Benutzeravatar
hannibal
--Mitglied--
Beiträge: 309
Holzvergaser: Fr 19. Feb 2016, 19:40
Bewertung: 78
Wohnort: Rastatt

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10674 von hannibal » Do 17. Nov 2016, 18:12

digger hat geschrieben:Moin,
Und ich würde einen zweiten Wärmetauscher fürs Abgas hinter den Kessel hängen um in den Brennwertbereich zu kommen. Mit Wasserspülung zur Reinigung.

mfg


genau,
so wie bei fröling (Zubehör).

habe hier schon mal nach Erfahrungswerten der fröling-betreiber nachgefragt.
keine Resonanz,
hat wohl kaum einer eingebaut :-(

piss Tann
hannibal

Benutzeravatar
Ralf
Administrator
Beiträge: 327
Holzvergaser: Do 28. Jan 2016, 12:23
Bewertung: 64
Wohnort: Straubenhardt

Re: Ideenfindung für einen Eigenbau-Kessel

Beitrag #10675 von Ralf » Do 17. Nov 2016, 18:15

friedrich hat geschrieben:Damit der Kessel auch richtig Spaß macht, soll das nicht ein Nachbau der bereits vorhandenen Kessel werden.

Natürlich kann man bewährte Komponenten übernehmen.
Trotzdem sollte der Kessel auch Details haben, die man nicht oder noch nicht kaufen kann.

Ich könnte mir z.B. vorstellen, daß man eine Brennkammertür hat und zwei Vergasungskammertüren.

Vergasungskammertür 1 - unten - hier legt man ganz normal die Holzmenge eines z.B. 30 KW Kessels ein;
Vergasungskammertür 2 - oben drüber, also über VGT 1 - hier legt man eine zweite Holzmenge ein;
Sobald die VGK1 abgebrannt ist, kann über Klappen das Holz von der VGK 1 in die VGK 2 fallen; - doppelte Brenndauer??

Sozusagen eine halbautomatische Beschickung;
Der Kessel wird dann mindesten 180 bis 200 cm hoch;

Man schaun ob Sven davon begeistert werden kann.

mfg friedrich


Ich weiß ja nicht, wo ihr mit dem Projekt hin wollt. Aber über 190cm wird es mit vielen Türen schon schwierig. Aber evtl. kann man den Kessel ja 2-Teilig zum Zusammenstecken bauen. Dann wird es aber wieder schwierig mit der Abdichtung.

VG
Ralf
Orlan 60kW Holzvergaser, 4000l Puffer, Flammtronik
Geplant: Kesselsteuerung mit Raspberry Pi


Zurück zu „Sonstige“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast