Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

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Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18468 von Bergstrom » So 28. Jan 2018, 17:47

Hallo in die Runde,

habe vor ein paar Tagen Vermiculite-Platten bekommen, welche ich als Ersatz für die alte zerbrochene Feuerbeton-/Blähton - Isolierplatte (siehe #18311 vom 17.1.18) einsetzen wollte. Beim genauerem Maßnehmen für den Zuschnitt stellte ich an der Außenseite der Fülltür mehrere seltsame hügelige Erhebungen fest, welche sich als von innen durchkorrodierte Löcher herausstellten.

Beim nächsten Heizen habe ich dann folgendes sehen können:
Bild1.jpg

https://youtu.be/IkKjdGhL4LU

Jetzt hatte ich endlich eine Erklärung für einen langsam immer stärker werdenden Qualmgeruch (von der Anheizphase bis zum Ende des Hauptabrandes), den ich seit über einem Jahr feststellen konnte. Ich hatte immer die Dichtung der Tür in Verdacht, habe mehrfach mit Hochtemperatursilikon nachgedichtet, aber ohne Erfolg.

Also ist nach erst 5 Jahren eine neue Tür fällig. Wahrscheinlich mit eine Folge der Verlegung der Prim-Luft von der Unterkante der Fülltür nach unten in den Füllraum. Im Originalzustand wäre dieses Problem sicherlich erst viele Jahre später aufgetreten, siehe die nächsten 2 Bilder vom Kessel-Neuzustand.
Bild2.jpg


Bild3.jpg

Damals wurde die P-Luft durch die gebogenen Bleche direkt vor die Isolierplatte der Fülltür geblasen, so daß kaum aggressives Kokelgas in den Zwischenraum Isolierplatte-Fülltür eindringen konnte. Aber der gesamte Füllrauminhalt geriet recht schnell in Brand, was die Produktion vom eigentlich gewünschten Holzgas für die Düse drastisch reduzierte.

Der übrige Füllraum ist bei meinem Kessel erfreulicherweise aus Edelstahl. Sonst hätte ich jetzt ein sehr mulmiges Gefühl bezüglich der noch zu erwartenden Lebensdauer der Kesselinnenwand. Das heißt, daß die Teerschicht innen im Füllraum vielleicht doch nicht so gut ist, wie von einigen hier im Forum oder anderswo geschrieben wurde. Die Teerschicht entsteht ja durch die Kondensation von dem Holzgas an kälteren Flächen (unter Taupunkt des Gases) mit allen darin enthaltenden Bestandteilen, aggressiv oder auch nicht.

Aber wie schrieb René vor ein paar Tagen: Irgendwas wird besser und dafür etwas anderes schlechter. Solange das Bessere besser als das Schlechtere schlecht wird ist alles gut.

Dafür brennt der Kessel seit der Luftführungsänderung aber als "Holzvergaser".

Die neue Tür wird eine aus VA-Blech, dann dürfte da so schnell kein Problem mehr auftreten. Mal sehen, was LADAN für eine neue Tür aus dem gleichen Edelstahl, wie der übrige innere Kessel, haben will. Vielleicht lohnt sich der Eigenbau ja garnicht.

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten.

Hat irgendjemand an seinem Kesssel Ähnliches erlebt?

Anregungen und Tips sind mir sehr willkommen.
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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18469 von Helmut » So 28. Jan 2018, 17:52

:shock: Das ist ja mal ein Ding...... Dass die Türe durchrostet, würde ich jetzt als letztes vermuten.


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18470 von Bergstrom » So 28. Jan 2018, 18:25

Ja Helmut,

vor ein paar Tagen hätte ich ähnlich reagiert. Aber nach recht umfangreicher Recherche habe ich von etlichen Fällen erfahren, bei denen sowas sogar an den Kesselinnenwänden auf der Füllraumseite passiert ist, und zwar häufig an der hinteren Wand. Eine mögliche Begründung ist folgende:

Häufig wird das Holz hinten mit der Wand bündig eingeschichtet. Restfeuchte tritt bei Erhitzung der Scheite ja vorwiegend an den Stirnseiten des Holzes aus, und somit auch alles aggressive. Die feuchte Suppe freut sich dann bei direktem Kontakt richtig auf leckeren Stahl :Paniki . An den Vorderseiten tritt das Problem recht selten auf, wahrscheinlich weil dort meistens ein Freiraum vorhanden ist, wodurch die Suppe nicht direkt an der Kesselinnenwand herunterläuft.

Einen möglichen Grund bei meinem Kessel vergaß ich zu erwähnen:

Ich hatte bei Umlegung der P-Luft nach unten den Blechmantel der Tür mit der darin befindlichen Glaswolle entfernt. Dadurch wird die Türinnenfläche ja deutlich kühler, also kondensatfreundlicher.

Wie der Aufbau der Türinnenisolierung bei anderen Kesseln ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht sitzt dort keine Glaswolle, die wie ein Schwamm Kondensat aufsaugt und langanhaltend in aggressivem Aggregatzustand (also nicht im Teer gebunden???) den Kontakt mit dem Stahl ermöglicht. Hier sind jetzt Chemiker gefragt.


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18473 von Stefan » So 28. Jan 2018, 19:02

Bergstrom hat geschrieben:Dadurch wird die Türinnenfläche ja deutlich kühler, also kondensatfreundlicher.


Das wird die Ursache sein.
Meist haben die Türen innen einen Rahmen, in den kommt erst Mineralfaser, bei manchen dann Beton bei anderen ein Formteil drauf.

Ohne Isolierung ist die Türe den ganzen Abbrand über die kälteste Stelle im Füllraum, das führt sicher zu heftiger Kondensatbildung.

An der Sache mit den an der Kesselwand anliegenden Scheite könnte auch was dran sein, insbesondere bei sauerer Eiche die ja eh langsamer trocknet. Dann vielleicht noch ungespaltene Stücke von Ästen, da kann ich mir auch vorstellen dass die Säure aus den noch zu feuchten Stücken dann an die Füllraumwand spritzt.

Anders kann Säure (Wasser schon) kaum an den Stahl kommen. Säure kann nämlich nicht verdunsten oder verdampfen, nur das Wasser daraus. Ist das weg bleibt von der Säure nur das Salz der Säure, in unserem Fall in der Asche, übrig. Haben wir nun die übliche Teerschicht im Füllraum gelangt die Asche mit dem Salz auch beim Sauber machen nicht direkt an den Stahl.
Korrosion im Füllraum ist also meist nur dem Sauerstoff aus dem Wasser geschuldet (das diffundiert in den Teer) und nicht der Säure.

Ich würde die Türe nicht entsorgen. Kante dir aus 0,8er Blech nen ca. 5 cm hohen Kasten der realtiv genau in die Öffnung passt, so dass die Türe halt noch zu geht. Ecken verschweißen, Minralfaser rein und innen an die Türe punkten, die Kehle rundrum mit Silikon abdichten. Die Durchrostungen offen lassen, also keinen geschlossenen Raum schaffen sonst drückt es dir das Silikon aus der Kehle weg wenn die Tür warm wird. Sollte nur ein paar Euro kosten und länger halten als zuvor...


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18475 von René » So 28. Jan 2018, 20:14

Das mit dem Rauch aus nicht ganz super ausgeführten Schweißnähten an der Tür hatte ich auch schon. Hab die Nähte mit HT-Silikon zu geschmiert. Die Türe ist am Vigas jetzt nicht wirklich was besonderes. Ein paar gekantete Bleche und Flacheisen zusammen gebraten. Dann mit Feuerbeton gefüllt. Ob da noch Steinwolle dahinter ist, weiß ich nicht. Bis jetzt musste ich die Türe noch nicht sanieren. Obwohl die Brennraumtüre schon 1cm vom Feuerbeton gelassen hat. Vielleicht mach ich die im Sommer mal neu. Mal schauen ob die anderen Hobbys Zeit dafür lassen.


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18483 von Bergstrom » Mo 29. Jan 2018, 11:24

Hallo allerseits,

es gibt sie noch, die selbstarbeitenden kleinen Firmenchefs. Gestern abend 19:31Uhr mail an Fa LADAN mit Foto und Video-Link mit der Bitte um Preis für ´ne Edelstahltür. Um 19:58Uhr (Sonntag!!!) Antwort mit der Bitte um Maße und Foto´s der alten Tür mit Scharnier, damit die richtige gefertigt werden kann, allerdings wieder in Schwarzstahl. Der obligatorische Satz : "Das haben wir noch nie gehabt" fehlte natürlich nicht. Wobei ich in diesem Fall die Aussage sogar als wahrheitsgemäß einstufe. Mal sehen, was für ein Preis dabei rauskommt.

@Stefan
Dein Vorschlag mit der dünnen Blechwanne, die mit HT-Silikon abgedichtet wird, ist viiiiiel besser als meine ursprüngliche Idee aus dem Fred: Fülltür-Isolierplatte gebrochen .

@René
Die nicht dichten Stellen am Rahmen der Dichtschnur hatte ich in der Anfangszeit auch, obwohl LADAN und kein VIGAS. Wer jetzt von wem die Konstruktion mit Fehlern abgeguckt hat, weiß ich nicht. Auf jeden Fall sind beide ziemlich nah beieinander ansässig.

Werde jetzt mal Foto´s für LADAN machen und Maße nehmen. Dann entscheidet der Preis, welche Art von Reparatur ich machen werde.


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18518 von Pedro » Do 1. Feb 2018, 14:43

Grüß Gott allerseits,
ich bin neu hier in der community, alter Hase mit getuntem Holzvergaser. (2 Kesselschäden)
Bergstrom hatte mich gebeten, meine Einschätzung zu diesem Thema abzugeben.
Ich habe in diesem link https://www.landtreff.de/schwarten-als- ... lzvergaser unter "Pedro" geschrieben, schaut mal rein.
@Bergstrom
Zu dem Thema hier:
Ich habe die Fülltür folgendermaßen modifiziert:
auf der Innenseite Anker aufgeschweißt, 40mm Kragen umlaufend geheftet, mit Keramik ca. 40mm ausgegossen, kein Sandwichaufbau mit Glaswolle o.ä.
Auf der Außenseite einen Winkelstahlrahmen geschweißt, ca. 50mm Stärke, Füllung mit Rockwool gepreßt, Abschlußblech 1.4301
Die Fülltür selber kann aus schwarzem Material sein.
Die Heizkammertür hat den selben Aufbau bekommen.
Beantworte gerne weitere Fragen.
Grüßle
Pedro


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18519 von René » Do 1. Feb 2018, 15:41

Willkommen im Forum,

deinen Beitrag im Landtreff habe ich mal gelesen. Hat jetzt aber nicht viel mit meiner Realität zu tun. Mein Billigheimer aus dem tiefen Osten ist jetzt 12 Jahre im Einsatz und ist trotz beinahe reinem Buchenholz noch nicht durchgerostet. Im Gegenteil. Der Vergaserraum ist richtig schön mit einer dicken Schicht Teer beschichtet. Da kommt keine Säure an den Stahl.

So ganz kann ich deinen Ausführungen dort nicht folgen.


Gruß René

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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18520 von Pedro » Do 1. Feb 2018, 16:29

Hallo René,
ich nehme mal an, daß dein Billigheimer aus dem Osten ein doppelwandiger Holzkessel ist, hat er eine keramische Ausmauerung im Vergasungsraum?


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18521 von Stefan » Do 1. Feb 2018, 17:19

Hallo Pedro,
auch von mir ein Willkommen.

Pedro hat geschrieben:auf der Innenseite Anker aufgeschweißt, 40mm Kragen umlaufend geheftet, mit Keramik ca. 40mm ausgegossen

Keramische Massen schwinden bei mir immer erheblich, wie hast du das gemacht ohne dass am Rand ein Spalt entstand?

Und warum unsere Kessel (ohne keramische Füllraumauskleidung) nicht durchgerostet sind ist hier erläutert.
Deine Ausführung im Landtreff würde ja voraussetzen dass Säure verdampfen könnte. Die Salze der Säuren verdampfen aber erst weit jenseits von 1000°, die erreichen wir im Füllraum nicht. Also verdampft nur das Wasser.
Immerhin können wir im Brennraum ausreichend hohe Temperaturen erreichen um die Salze wenigstens zu schmelzen (ab ca. 800°) dabei versintert die Asche dann und wird vom grauen lockeren Staub zu diesen dunklen Brocken.

Keramische Füllraumauskleidungen sind natürlich dennoch edel weil die Wärme dort bleibt wo sie zur Vergasung benötigt wird. Erfahrungsgemäß kondensiert dann hinter der Keramik aber dennoch Teer.


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18525 von Stefan » Do 1. Feb 2018, 20:35

René hat geschrieben:Der Vergaserraum ist richtig schön mit einer dicken Schicht Teer beschichtet. Da kommt keine Säure an den Stahl.


Das stimmt leider auch nur teilweise. Säure kommt zwar nicht dran, aber unser Holzteer ist im Gegensatz zu seinem mineralölbasierten Brüderchen wasserdampflöslich, deswegen bläht er sich ja auch immer wieder auf und brennt dann ab.
Daher kommen auch die schwarzen Brösel die Peter und ich schon aus dem Kamin "gewinnen" konnten.

Im Kessel bedeutet das allerdings dass das Wasser mit seinem Sauerstoff auch durch den Teer hindurch seine "Arbeit" am Kesselstahl verrichten kann. :Kotz


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18528 von 02pete » Do 1. Feb 2018, 20:56

Darauf
die schwarzen Brösel die Peter und ich schon aus dem Kamin "gewinnen" konnten.

kam ich auch erst durch einen Hinweis von Stefan und was die Brösel für eine Energie beinhalten.


MfG
von Peter mit dem gefährlichen Halbwissen und grammatischen Ausbeulungen, 35 + X kW Rendl Saugzug Holzvergaser mit 115 Liter Füllraum (= max. 31 kg Fichte). Puffer: Insgesamt 1x 1.000 L, davon 200 L innenliegender Brauchwasser Speicher

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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18532 von René » Fr 2. Feb 2018, 08:17

Nope, mein Billigheimer hat nix doppelt und keine Keramikauskleidung. Wie Stefan schon schrieb, wandert da der Teer dahinter und drückt alles weg. Soweit ich weiß hat der Kessel an der Stelle maximal 6 mm. Hält trotzdem schon seit 12 Jahren. Hinter den Vergasungsraumwänden ist Wasser.

Schau dir einfach mal Schnittbilder vom Vigas 25S Baujahr 2005 an.


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18534 von Pedro » Fr 2. Feb 2018, 09:07

Hallo Stefan,
ich habe keinen sichtbaren Spalt zwischen Keramik und umlaufendem Kragen. Selbst wenn ein Spalt entstehen würde, wäre er unkritisch, denn die 40mm starke Keramik strahlt mit ihren geschätzten 450°C in den Spalt und verhindert Kondensation. Desweiteren ist die Außenseite der Tür mit Rockwool isoliert. Fazit: alle Flächen, die Rauchgas sehen können, warm halten und nicht unter den Taupunkt des Rauchgases kommen, Gruß Pedro


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18535 von Stefan » Fr 2. Feb 2018, 09:30

Pedro hat geschrieben:denn die 40mm starke Keramik strahlt mit ihren geschätzten 450°C in den Spalt und verhindert Kondensation.

Hast du schon mal dahinter geschaut?
Denn wenn die Keramik nicht wirklich gasdicht ist müsste (theoretisch) an den maximal 90° warmen Flächen trotzdem Teer kondensieren.

Das mit dem "wegdrücken" der Isolierung hatten wir bei aufgeklebten Platten, mit Einhängeblechen oder auch meinen von Magneten gehaltenen Trockenbauprofilen gibt es dieses Problem nicht.


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18537 von René » Fr 2. Feb 2018, 10:53

Naja, gegen die Erfahrung von 25 rm x 12 J = 300 verheizten Raummetern Holz in meinem Kessel kommt nicht viel an. :mrgreen: Da ich einer der experimentierfreudigen Menschen bin, habe ich schon viel ausprobiert. Nur das mit dem durchrosten wegen Säurebildung habe ich bisher noch nicht gefunden, obwohl ich des Öfteren die Flex im Kessel hatte.

Das tritt meiner Meinung nach (hier keine Erfahrung) auf, wenn der Kessel mit einer wesentlich zu niedrigen Temperatur (unter 65°C) gefahren wird. Da meiner innerhalb von 20 min aus dem Kaltstart auf Nenntemperatur (80 - 85°C) ist, habe ich da nichts zu befürchten.


Gruß René

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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18538 von Bergstrom » Fr 2. Feb 2018, 11:32

Hallo Ihr Teerfabrikanten,

@Pedro: Auch von mir ein verspätetes Willkommen im Forum.

Habe mir gerade Deinen vorgeschlagenen Innenaufbau der Fülltür verinnerlicht, das Ausgießen hat wohl einen großen Vorteil, die Innenwand ist eigentlich gegen alle Gase und Flüssigkeiten abgedichtet. Der Nachteil mit deutlich höherem Gewicht ist für mich weniger wichtig. Auch der einfach anzuheftender Umlaufkragen ist sympatisch. Hat ja Ähnlichkeit mit Stefans Vorschlag der abgekannteten Blechwanne, die angeheftet, mit Wolle gefüllt und mit HT-Silikon abgedichtet wird.
Welche Version ich letztendlich wählen werde, hängt auch vom Preis der angefragten Edelstahlplatten mit Abkantung ab. Die Preisermittlung scheint langwierig zu sein.

@Alle:
Die geäußerten unterschiedlichen Meinungen/Erfahrungen zeigen mir wieder mal den häufigen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Wobei ja oft die mitunter sehr verschiedenen äußeren Einflüsse unbekannt oder unberücksichtigt bleiben.

Speziell zu meiner Fülltür:

1. Die äußere Blechverkleidung mit Glaswollisolierung habe ich bereits im Jahr 2013 entfernt. Die Verkleidung wurde anfangs so heiß, daß man sich daran verbrennen konnte. Ich hatte dann auf der inneren Türseite eine Blechplatte im Abstand von ca 3cm zur Feuerbeton-/Blähton-Platte eingebaut. In diesen Zwischenraum wurde die Primärluft eingeblasen, die dann durch einen ca 2mm breiten umlaufenden Schlitz in den Füllraum gelangte. Die Tür wurde trotz fehlender Außenisolierung nur noch warm (der Zwischenraum wurde durch die PL kühl und von Rauchgasen freigehalten). Weil aber der gesamte Füllraum sehr schnell in Brand geriet mit allen Nachteilen, habe ich die PL nach unten verlegt. Die Vergasung/Verbrennung war endlich zufriedenstellend. Die zusätzliche Blechplatte konnte wieder verschwinden, und die Türaußenfläche wurde trotz fehlender äußerer Verkleidung nicht mehr so heiß wie im Ori-Zustand.
An der Innenseite der Tür und im gesamten Füllraum lagerte sich allerdings viel Teer ab, die Beton-/Blähton-Platte blieb aber ganz.

2. Seit 2015 heize ich überwiegend mit Roteiche. Etwa seit dem Zeitraum begann sich die innere Platte langsam, aber mit steigender Geschwindigkeit, oben und unten von der Fülltür abzuspreizen. Irgendwann 2016 begannen die leichten Geruchsbelästigungen (siehe Fred "Fülltür-Isolierplatte gebrochen).

Fülltür.jpg

Bis ich neulich die oben beschriebenen Undichtigkeiten in der Tür entdeckte. Leider nimmt die Anzahl der Austrittsöffnungen weiter zu. Z.Zt. behebe ich sie provisorisch mit Panzertape, was überraschend lange hält, hoffentlich bis in den März, dann werden die Heizintervalle lang genug für eine ausführliche Reparatur.

So, jetzt sind wir in der Glaubensphase zu mehreren Fragen:

Offensichtlich gibt es dieses Problem nur bei mir, aber warum?
Ein Zusammenhang mit der Umstellung auf Eichenholz liegt nahe, muß aber nicht sein. Viele Auswirkungen treten sehr zeitverzögert auf.
Das Weglassen der äußeren Isolierung trägt sicherlich viel zum Problem bei, ist leicht zu beheben.
Wenn ich sicher wüßte, daß hiermit das Übel beseitigt werden kann, käme eine ganz einfache Rep. infrage.
Kann die Säure aus dem Eichenholz vielleicht doch irgendwie auf den oberen Rand der Türinnenisolierung gelangen? Es findet ja offensichtlich eine Luft-/Gasbewegung im Füllraum statt. Werden vielleicht kleinste Tröpfchen der Säure mitgerissen oder an Partikeln anhaftend mitbewegt?
Um jetzt definitiv sagen zu können, ob die Innentür vom Kondensatwasser mit Sauerstoff oder von Säure zerfressen wurde, müßte ich sie in ein Chem. Labor geben.

Hoffe weiterhin auf fruchtbare Diskussionen mit wertvollen Erkenntnissen.

Nachsatz zur Vermutung von René mit zu niedriger Temperatur:
Ich fahre mit Rücklauftemperatur >75°

Edit: Mir ist gerade eine weitere Möglichkeit für die Säureeinwirkung eingefallen.

In der Füllraumtüröffnung fließt während des Abbrandes flüssiges Teer herum. Diese Flüssigkeit könnte dürch die Glaswollschicht aufgesogen und bis in den oberen Türbereich geleitet werden. Somit könnte die Säure auch im oberen Türbereich in Aktion treten.
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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18540 von Stefan » Fr 2. Feb 2018, 14:23

Hab da vor Jahren auch mal eine Keramikfasermatte noch zusätzlich innen dran gemacht:
Fülltüriso.jpg
die hat sich zwar auch voll gesaugt, aber blieb seither unverändert. Weshalb auch immer.

Hab momentan auch keine Idee wie sich der ph- Wert des Teers bestimmen lassen könnte, ob das Schwarz von normalem Lackmuspapier, so man es mit Dampf gelösten Holzteer halten würde wirklich für ph 10, also alkalisch steht ist mehr als fraglich. :Brett

Die Asche aus meinem Buchen und Eichenholz ist jedenfalls alkalisch, das lässt sich mit Tritest- Papier recht gut bestimmen:
Asche_ph.jpg
Mit Nadelholz kommt man bis auf ph 11,5, ich vermute jetzt mal dass bei der Hartholzasche die Salze der Säuren den ph- wert reduzieren.
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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18541 von Stefan » Fr 2. Feb 2018, 17:12

Muss nun aber doch gestehen dass mir mein chemisches "Halbwissen" einen Streich gespielt hat.

Wusste zwar sicher dass die für uns relevante, weil im Hartholz reichlich vorhandene, Essigsäure durch erhitzen konzentrierbar ist,
musste aber nun nachlesen dass die ab ab 118° C auch verdampft und daher an Flächen mit niedriger Temperatur auch wieder kondensieren kann. Bei den Taninen aus der Eiche ist das ungleich komplizierter, die wirken zumindest organisch antioxidativ.

Hat jemand eine Idee wie man den ph- wert des Teers in unseren Füllräumen bestimmen könnte? Hier schreibt der Verfasser auf Seite 161 dass dieser leicht basisch sei. Damit wäre er tatsächlich eine Schutzschicht gegen die Essigsäure?


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Re: Fülltür-Fortsetzung zur "Isolierplatte gebrochen"

Beitrag #18542 von René » Fr 2. Feb 2018, 20:07

Leider sind meine Chemiekenntnisse auf 9. Klasse Hauptschule beschränkt. Aber ich sehe halt keine Korrosion im Kessel. Als ich den Boden komplett raus gemeisselt hatte, hab ich auch keine Löcher gesehen.


Gruß René

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