Frequenzrichter

Alles zur Optimierung und Tuningmaßnahmen an HV kesseln

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Frequenzrichter

Beitrag #13800 von digger » Sa 4. Feb 2017, 09:39

Moin,
hat schon mal jemand statt die Luftregulierung mit Klappe das mit einem Frequenzrichter das Gebläse gesteuert? Das Drehzahlmodul der FT macht ja fast nix anderes, kann aber keine grosse Leistung ab.
mfg


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Re: Frequenzrichter

Beitrag #13801 von HJH » Sa 4. Feb 2017, 10:55

Hallo,

Zuerst einmal, mit einem Frequenzumrichter wirst du die Luftmenge nicht auf Null reduzieren können.
Das geht nur mit einer Klappe!

Zu deiner Frage:
Die richtige Lösung wäre schon mal ein Drehstrommotor für 230V Drehstrom.
Wechselstrommotoren können wegen des unvollkommenen Drehfeldes nur ein reduziertes Drehmoment aufbringen.

Dann einen Frequenzumrichter für 400V Drehstrom Einspeisung welcher daraus 230V Drehstrom erzeugen kann.

Dann einen Steuerungseingang 0...10VDC

Da die Leistungsaufnahme bei einem Ventilator bei steigender Fördermenge/Drehzahl quadratisch steigt,
benötigt man für kleine Drehzahlen keine Zusatzkühlung des Motors.
Es gibt damit auch in der Regel keine Probleme beim Anlauf mit niedrigen Drehzahlen.
Es sei denn die Schwungmasse des Ventilatorflügels ist sehr hoch.

Die Angaben 230V Drehstrommotor zu 400V Frequenzumrichterspeisung deshalb, da dir dann eine höhere Ausgangsfrequenz zur Verfügung steht.

Wie hoch du in der Drehzahl fahren willst/kannst hängt von der fahrbaren Leistung des FU ab.
Da mit steigender Drehzahl auch die Fördermenge steigt (sogar in etwa linear) steigt aber der Leistungsbedarf quadratisch.

Ein Drehstrommotor kann man ohne Frequenzumrichter bei Zusatzkühlung belasten bis zum Kippmoment.
Ein Frequenzumrichter schafft oft nur kurzzeitig 150% der angegebenen Leistung.

mfg
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Re: Frequenzrichter

Beitrag #13802 von Spaltmaxe » Sa 4. Feb 2017, 11:04

Hatte mir bei Conrad Electronik die Vellemann Drehzahlregler geholt. Die waren ok.
Weiß nur nicht ob die auch als ganzes gibt. Meine waren Bausätze. :idea: :!:


Gruß Jürgen


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Re: Frequenzrichter

Beitrag #13809 von digger » Sa 4. Feb 2017, 17:41

Die vellemann hatte ich zuerst. Gibt es fertig. Derzeit hat ich die ft drehzahlregelung. Klar ist die den klappen die null Luft das bessere, mir wurden gerade zwei geschenkt. Und da wir gerade das Thema mit der maximalen Leistung der ft drehzahlregelung hatten, viel mir dieses dazu ein, da diese ja deutlich Leistung ab kann.


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Re: Frequenzrichter

Beitrag #13814 von HartlBe » So 5. Feb 2017, 10:31

HJH hat geschrieben:Zuerst einmal, mit einem Frequenzumrichter wirst du die Luftmenge nicht auf Null reduzieren können.
Das geht nur mit einer Klappe!

HJH - hier muß ich Dir mal widersprechen
hab meinen ATMOS GSX50 vor nun schon fünf Jahren auf Frequenzumrichter umgestellt
sprich den Wechselstrom-Motor durch einen Drehstrommotor ersetzt und diesen per Frequenzumrichter in der Drehzahl geregelt
Die Drehzahl-Regelung am Saugzuggebläse regelt die Luftmenge die durch den Ofen geht
und die Klappen dienen zur Verteilung des Luftstromes
Ich hab meinen Primär-Belimo mit dem selben Flammtronik-Primär-Signal angesteuert wie auch den Frequenzumrichter
und die Sekundär-Klappe mit dem Sekundär-Signal der Flammtronik
Durch die Kombination Frequenzumrichter UND Luftklappen wird der Regelbereich erheblich größer als nur mit Klappen und statisch laufendem Lüfter
Die Leistung des Holzvergasers kann wesentlich weiter herunter geregelt werden als nur mit Klappen
Denn Klappen haben wenn sie nahe am Schließ-Punkt betrieben mit statischem Lüfter eine recht hakelige Kennlinie
Vor allem die Sekundärluft-Regelung ist dann viel problematischer als wenn die Drehzahl des Lüfters auch mit der Primärluft runter genommen wird
denn dann ist der Differenzdruck an der Sekundärkklappe viel kleiner und damit das Regelverhalten besser


HJH hat geschrieben:Die richtige Lösung wäre schon mal ein Drehstrommotor für 230V Drehstrom.
Wechselstrommotoren können wegen des unvollkommenen Drehfeldes nur ein reduziertes Drehmoment aufbringen.

Dann einen Frequenzumrichter für 400V Drehstrom Einspeisung welcher daraus 230V Drehstrom erzeugen kann.

Dann einen Steuerungseingang 0...10VDC

Das stimmt so nicht - Es gibt keine Drehstrom-Motoren für 230V
Handelsübliche Drehstrommotoren sind immer für Dreiecks-Betrieb am europäischen Stromnetz ausgelegt und damit immer 400V

Es gibt nur Frequenzumrichter die nur eine Phase benutzen (230V Eingangsspannung)
und deshalb keine 400V Drehstrom liefern können sondern nur 230V Drehstrom

Oder eben etwas teurere Frequenzumrichter die alle Drei Phasen benutzen (400V Drehstrom)
und damit ein 400V Drehfeld liefern können

Der Unterschied am Motor ist nur sichtbar wenn vom Motor viel Drehmoment verlangt wird.
Wenn der gleiche Motor mal mit 230V FU-Drehstrom und mal mit 400V FU-Drehstrom betrieben wird dann bringt er mit 400V eben über den Daumen gepeilt das doppelte Maximal-Drehmoment
Doch der Betrieb am Lüfter fordert kein großes Drehmoment - dort wird für den Betreiber des Ofens KEIN Unterschied sichtbar sein

d.h. ein einphasiger FU reicht vollkommen aus

mit dem 230V Umrichter schafft mein 150W Drehstrom-Motor 6000Umdrehungen/Minute am Saugzug-Lüfter (bei mehr Drehfeldfrequenz als 110Hz bricht die Drehzahl ein - also nehme ich 100Hz als obere Grenze)
MEhr Drehzahl möcht ich auch gar nicht mehr fahren da mir sonst irgendwann das Lüfterrad um die Ohren fliegt das ATMOS ja für 2500U/Min gebaut hat (Drehzahl des originalen ATMOS-Motors)

Ich kann es nur SEHR Empfehlen den Lüftermotor über Frequenzumrichter zu fahren denn damit ist ein Drehzahlbereich 0....6000U/Min real verfügbar bei sehr hohem Drehmoment des Motors
Hingegen macht die Phasenanschnitt-Steuerung immer eine sehr weiche Motorkennlinie. Der Motor ist sehr leicht zu bremsen und bringt bei z.B. 500U/Min kaum mehr Drehmoment. Der Lüfter ist SEHR LEICHT zu bremsen. Dagegen bringt ein Drehstrommotor am Frequenzumrichter auch bei 500U/Min ein im Vergleich unglaublich hohes Drehmoment, man kann den Lüfter nur schwer bremsen und zum Stillstand bringen

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Re: Frequenzrichter

Beitrag #13815 von HJH » So 5. Feb 2017, 14:43

Hallo,

Das sehe ich jetzt erst einmal sportlich.

Eine Luftregelung nur über eine Drehzahlregelung bringt bei Stillstand schon die Luftmenge welche allein durch den Unterdruck
des Saugzuges erzeugt wird.

Das hast du ja auch so gesehen indem du noch eine Klappe dazu verschaltet hast.

Eine Klappe hat den von dir beschriebenen Nachteil.
Wenn man die Klappe genau so groß macht wie evtl. das Rohr davor und dahinter, besonders wenn man das Rohr wegen Verlusten,
etwas größer macht.
Auch bei einer Luftklappe sollte man den KVs-Wert beachten.
Damit sollte der Durchgang der Klappe kleiner sein.
Damit handelt man sich aber wieder zusätzliche Verluste mit ein.

Ich habe das bei mir so gelöst, indem ich das Ansteuersignal von 0...10VDC per Software an den Durchsatz der Klappe angepasst habe.

Dazu hast du geschrieben:
Vor allem die Sekundärluft-Regelung ist dann viel problematischer als wenn die Drehzahl des Lüfters auch mit der Primärluft runter genommen wird
denn dann ist der Differenzdruck an der Sekundärkklappe viel kleiner und damit das Regelverhalten besser


Das wird auch irgend wie gehen, sehe ich aber nicht als ideale Lösung.
Widerspricht auch der Theorie das bei größerer Klappe die Regelgenauigkeit schlechter wird.

Es gibt keine Drehstrom-Motoren für 230V
Handelsübliche Drehstrommotoren sind immer für Dreiecks-Betrieb am europäischen Stromnetz ausgelegt und damit immer 400V


Hier ein Handbuch der Fa. Siemens :
http://www.js-technik.de/media/pdf/siem ... tsch-1.pdf

S.38 Kap.4.4
Hier ist erklärt warum man Motoren mit 230V einsetzen sollte.
(bis 87Hz ohne Feldschwächung)

S.52 Kap. 5.2.1 Typenschild eine Motors
Natürlich gibt es Motoren welche für 230V Drehstrom gebaut sind.
Das sind alle Drehstrommotoren welche für 400V Stern gebaut sind.
Alle (fast alle) Motoren unterhalb einer bestimmten Leistung werden so ausgeliefert.

Drehstrommotoren verfügen einfach durch die 3 gleichmäßigen um 120° verschobenen Drehfelder eine bessere Rundlaufeigenschaft
und besseres Drehmoment im Vergleich zur gleichen Leistungsaufnahme wie ein 1-phasiger Motor mit einem Kondensator oder einer
Hilfswicklung mit der man eine max. Phasenbverschiebung von 90° erreichen kann.

Ob man aber bei einem Gebläse für einen HV aber unbedingt so auslegen muss ist eine andere Frage.

Doch der Betrieb am Lüfter fordert kein großes Drehmoment - dort wird für den Betreiber des Ofens KEIN Unterschied sichtbar sein

Die Leistungsaufnahme des Lüfters mit Wechselstrommotor nehme ich mal mit 80W an
Wenn man jetzt den Wirkungsgrad des Wechselstrommotors gegenüber eines Drehstrommotors anschaut, dann hat der Wechselstrommotor nur noch 40...60% der abgegebenen Leistung.

Wenn man jetzt einen 80W Drehstrommotor anbaut, dann macht man gleichzeitig eine Leistungserhöhung des Antriebes.

Ich habe bei Einsatz von größeren Lüftern im Industriebereich oft volles Moment des FU benötigt.
(Entgegen der Aussage der FU Hersteller bei Lüfter eine Stufe kleiner nehmen)
Da es Lüfter mit großer Flügelmasse gibt welche lange Anlaufzeiten durch die erhöhte Schwungmasse benötigen.

Das nur zu deiner grundsätzlichen Aussage, gesehen unter sportlichen Aspekten

Wobei ich, nebenbei gesagt, von deiner Anlage nach wie vor begeistert bin.

mfg
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Re: Frequenzrichter

Beitrag #13819 von 02pete » So 5. Feb 2017, 21:48

Hallo HJH,
vielen Dank für den Link auf das Siemes Machwerk, leider finde ich dort, insbesondere auf den genannten Seiten, nichts zweckdienliches im Hinblick auf die 230/380 V Thematik.
Ich würde mich sehr gerne kundig machen weshalb 230 V (wir diskutieren hier ausschlieslich über Dreiphasen Motoren) Motoren über ein anderes/besseres frequenzgesteuertes Verhalten verfügen sollen als solche, die für eine andere Nennspannung ausgelegt sind. Um Missverständnisse nicht entstehen zu lassen einigen wir uns für beide Motoren auf die selbe Schaltungsart (also beide Motoren in Stern oder beide Motoren in Dreieckschaltung). Ausserdem lassen wir in der Diskussion der Einfachheit Eta und Cosinus Phi weg.
Nach meinem Wissenstand geschieht die Drehzahlregelung bei den genannten Motoren ausschliesslich über die zugeführte Frequenz welche aber auch nicht ohne jeden Rahmen veränderbar ist (wie du richtig schreibst "bei 87 Hertz in die Sättigung").
Vorab herzlichen Dank für deine erschöpfende Auskunft zu diesem Thema!


MfG
von Peter mit dem gefährlichen Halbwissen und grammatischen Ausbeulungen der dem Karnickel ohne Furcht in die Augen sieht :lol:, 35 + X kW Rendl Saugzug Holzvergaser. Puffer: Insgesamt 1x 1.000 L, davon 200 L innenliegender Brauchwasser Speicher

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Re: Frequenzrichter

Beitrag #13825 von HJH » So 5. Feb 2017, 23:36

Hallo,

Du hast geschrieben:
Ich würde mich sehr gerne kundig machen weshalb 230 V (wir diskutieren hier ausschlieslich über Dreiphasen Motoren) Motoren über ein anderes/besseres frequenzgesteuertes Verhalten verfügen sollen als solche, die für eine andere Nennspannung ausgelegt sind.

In dem Falle habe ich doch geschrieben 1-Phasen Motor zu Drehstrommotor.

Die Unterschiede von 230V Drehstrommotoren zu 400V Drehstrommotoren ist halt die Stromaufnahme.
Dabei sollten wir die Unterschiede belassen.

Die 230V Drehstrom gibt es normal nicht in Deutschland als Netzspannung.
Es ist eine rechnerische (fiktive) Spannung.
Wenn ein D.-Motor für 230/400V gewickelt ist, dann ist es die Art der Schaltung ob Dreieck oder Stern welche Spannung angeschlossen werden kann.
Größere D.-Motoren wickelt man 400/690V damit kann man diese Motoren in Stern/Dreieck anlaufen lassen.
Dabei gibt es die Spannung 690V auch nicht. Auch das ist wieder eine fiktive Spannung.
Errechnet wird das über den Verkettungsfaktor aus Wurzel 3 = 1,73.

Mehr will ich erst einmal dazu nicht sagen, ich merke ich verlabere mich wieder.

Ein Frequenzumrichter (FU) macht aus der Eingangspannung durch Verschaltung eine Spannung welche ca. 400 x 1,414 = 565V liegt.
Das ist der Punkt an dem die Sättigung anfängt.

Ein FU kann bis zu dieser Spannung den Ausgangsstrom erhöhen, dann geht keine Stromerhöhung nicht mehr.
Ein 400V Motor hat nur den Bereich zur Erhöhung von 400 bis 565V .
Ein 230V Motor den Bereich von 230 bis 565V. Damit höhere Ausgangsfrequenz bei 565V.
Das ist der theoretische Unterschied bei Einsatz von 230 zu 400V Motoren.

EIn FU kann diese Spannungen ausgeben. Gleichzeitig musst du beachten, dass ein 230V Motor bei gleicher Leistung einen höheren Strom zieht, das ist bei der Auswahl des FU zu beachten. Also nicht nach der Leistung sondern nach dem Strom auslegen.

Eigentlich ist die Grundlage dessen was da passiert, das ohmsche Gesetz.
Aber dann auf Wechselstrom umgelegt
Sehr einfach gesagt.



mfg
HJH



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Re: Frequenzrichter

Beitrag #13832 von 02pete » Mo 6. Feb 2017, 22:20

Ja, danke, HJH,
trotzallem kann ich deinen Ausführungen nicht folgen. Klar sind für mich: die Drehstromverkettung und somit der Faktor 1,73, das Ohmsche Gesetz auch, Spannung, Strom und somit Leistung, die Stern/Dreick Schaltung, Sinus und Cosinus Phi, Eta und die damit verbundene Einsatzmöglichkeiten von 3 Phasen Motoren an verschiedenen Spannungen (230/380 V und 380/660 V wobei wir es nicht auf die rechenerische Spitze treiben wollen).
Mich irritiert an deinen Ausführungen dass du im Zusammenhang mit FU geregelter Drehzahl ständig von "Strom" schreibst. Einen 3 Phasen Kurzschlussläufer Motor regelt man nicht durch Strom oder Spannungs Aufnahme! Sondern nur durch Frequenz! Sicher wird sich, in Abhängigkeit von der Drehzahl, auch die Last (hierzu gesellen sich z. B. u. a. auch Lager und Lüfter Verluste) bei steigender Drehzahl und somit auch die Stromaunahme erhöhen, dies hängt aber in keiner Weise mit der Drehzahlregelung per FU zusammen. Sicher kann man einen Motor, sofern er nicht mit einer Schutzeinrichtung betrieben wird, in diesem Fall egal welchen, z. B. mittels genügend Last drehzahlmässig bis auf "Null" runter "regeln" - die Stromaufnahme wird solange steigen bis der Motor zum Indianer wird (zu erkennen an der Rauchfahne und am Leichengeruch). Die (zur Verfügung stehende) Spannung, eine entsprechend leistungsfähige "Strom" Versorgung vorausgesetzt, wird sich nicht ändern. Wohlgemerkt, STROM, nicht SPANNUNGS Versorgung (vergl. Ohnsches Gesetz)
Nur aus diesem Grund kann ich dir nicht folgen, Du sollst aber bitte nicht glauben ich ich will dich vergackeiern oder ich hätte wiedermal eine kleine Auszeit in der Trollecke.
Ich würde mich riesig freuen wenn wir in dieser Sache zu einer gemeinsamen Basis finden könnten.

NS: Es bleibt noch zu hoffen dass der Chief ein gutes Herz hat und uns nicht aus
dem Thema rauskickt!


MfG
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Re: Frequenzrichter

Beitrag #13834 von HartlBe » Mo 6. Feb 2017, 23:18

02pete hat geschrieben:Sicher kann man einen Motor, sofern er nicht mit einer Schutzeinrichtung betrieben wird, in diesem Fall egal welchen, z. B. mittels genügend Last drehzahlmässig bis auf "Null" runter "regeln" - die Stromaufnahme wird solange steigen bis der Motor zum Indianer wird

Einen Drehstrommotor kannst Du nicht mittels Last "runter regeln"
der Motor wird entweder dem Drehfeld folgen oder bei zu viel Last komplett stehen bleiben
ein langsamer werden und mehr und mehr Strom fressen wie beim Gleichstrom- oder Wechselstrommotor ist nicht gegeben
Der Drehstrommotor wird mit steigender Last auch mehr Strom fressen - doch wenn Du ihn über den Kippunkt belastest bleibt er stehen. Das bemerkt ein guter FU... und schützt den Motor
Bild

Der FU steigert die Spannung am Motor mit der Frequenz bis zur NEnnfrequenz des Motors. Das Drehmoment des Motors ist hierbei über den ganzen Drehzahlbereich konstant
Ab der Nenndrehzahl aufwärts bricht das maximale Drehmoment zusehends ein
Bild Bild

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Re: Frequenzrichter

Beitrag #13857 von 02pete » Di 7. Feb 2017, 21:16

Danke Bernhard, das bezeichne ich als eine gelungene Erklärung der Frequenzgesteuerten Drehzahlregelung an Drehstrommotoren. Die Passage "ein guter FU erkennt dies" ist an sich der Knackpunkt für mein bisheriges Unverständnis. Ich bin schon zuviele Jahre aus diesem Beruf um die heutige Leistungselektronik noch im Detail zu kennen.
Nochmals Danke!


MfG
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Re: Frequenzrichter

Beitrag #15147 von Stefan » Fr 14. Apr 2017, 23:24

Ich hängs mal hier mit dran:

Mein Förderband an der Säge läuft etwas zu langsam, der da verbaute 3 Phasen- Getriebemotor hat eine Leistungsaufnahme von 250 Watt und wird über einen separaten 230 V Lüfter gekühlt.

Einen anderen Motor/ Getriebe zu verbauen wäre aufwändiger als einen FU davor zu schalten, die kosten ja z.B. bei ebay fast nix mehr.

Da ja immer nur ein paar Scheite gleichzeitig auf dem Band liegen wird der Motor kaum über 100 W aufnehmen, der FU also deutlich unter 10% seiner Nennleistung und weniger als 100 Stunden / anno betrieben werden.

Hat jemand Erfahrungen mit solchen "Billig- FU's", kann man das verantworten oder ist unser Dorf "mobilfunkfreie Zone" :rabbit1 sobald so was am Netz ist?


Gruß vom Stefan (aka Hobbele ),
der auch ernst kann, wenn es mal gar nicht anders geht... ;)

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Re: Frequenzrichter

Beitrag #15150 von HartlBe » Sa 15. Apr 2017, 21:13

Stefan hat geschrieben:...einen FU davor zu schalten, die kosten ja z.B. bei ebay fast nix mehr...
Hat jemand Erfahrungen mit solchen "Billig- FU's"...

Hallo Stefan

den verlinkten China Frequenzumrichter kenn ich von einem Bekannten
der hat genau diesen FU vor einem halben Jahr in seine Drehbank eingebaut
doch dann brachte der Motor bei wenig Drehzahl nur ein sehr geringes Drehmoment
und nach ein paar Wochen in Betrieb hat es dann sehr aufdringlich nach qualmender Elektronik gerochen und er war hinüber...
Er fragte mich daraufhin um Rat und wir haben ihn dann durch einen gebrauchten genau dafür zugeschnittenen Hitachi ersetzt, der brachte bei niedrigen Drehzahlen etwa das zehnfache Drehmoment und funktioniert heute noch
Preisunterschied zwischen dem gebrauchten Hitachi und dem China-Kracher war vernachlässigbar
Sprich - kauf Dir lieber gebrauchten FU von einem Markenhersteller

Bernhard



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Re: Frequenzrichter

Beitrag #16351 von MadDarkStar » So 8. Okt 2017, 13:06

Ich hab da mal ne Frage:
Ich hab nen kleinen Siemens FU an 230 V auf nen kleinen 0,17 kW Drehstrommotor geschaltet.
Als Last hab ich das Lüfterrad des Atmos DC30 GSE. Wieso erhöht sich bei diesem Motor schon bei ca. 65-70 Hz die Drehzahl nicht mehr. Unter höherer Last (Türen vom Kessel zu) kann ich ca. 75 Hz fahren. Hängt das an meinem Motor?

Hab gelesen, dass manche diese Motoren bis ca. 100 Hz betreiben. Oben steht, dass der Motor beo 87 Hz in Sättigung geht. Was stimmt nun?

Viele Grüße

Frank

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Re: Frequenzrichter

Beitrag #16353 von HartlBe » So 8. Okt 2017, 13:28

MadDarkStar hat geschrieben:Unter höherer Last (Türen vom Kessel zu) kann ich ca. 75 Hz fahren. Hängt das an meinem Motor?

Das hängt am Motor (ich hoffe Du hast den Motor in Dreieck angeschlossen und NICHT in Stern)
der ist schlicht und einfach für 400V 50Hz im Dreieck mit relativ wenig Reserve nach oben ausgelegt
Als Motoren-Entwickler legt man das fest wenn man die Anker und Stator Bleche und die Wicklung auswählt die zum Motor zusammengefügt werden

87Hz = 50Hz * Wurzel(3)
230V = 400V / Wurzel(3)
d.h. Ein Motor der für Nenn-Betrieb Stern-Schaltung bei 400V 50Hz ausgelegt ist
hat bei 230V 50Hz den Nenn-Betrieb in Dreiecks-Schaltung
somit kann er am Umrichter auf 400V 87Hz ohne Drehmomentverlust betrieben werden wenn die Wicklung ausreichend gekühlt wird
er geht erst ab 87Hz in die Feldschwächung und nicht schon bei 50Hz
(Feldschwächung bedeutet Drehmoment geht in die Knie - siehe mein Beitrag oben)


Bernhard

hab eben noch mal gegoogelt und fand folgenden Beitrag
http://www.servotechnik.de/forum/themen/th_0013.htm

Kann mir jemand die 87-Hz-Kennlinie eines Drehstrom-Asynchronmotors erklären?
Die 87-Hz-Kennlinie ergibt sich beim Betrieb von Drehstrom-Asynchronmotoren am Frequenzumrichter mit U/f-Steuerung und einem 400 V Drehstromnetz.

BildIn Sternschaltung liegt der Nennpunkt des Motors bei 50 Hz und 400 V, in Dreieckschaltung bei 50 Hz und 230 V. Da der Frequenzumrichter Spannungen bis 400 V bereitstellt, kann man diese auch bei Dreieckschaltung nutzen und den Motor mit einer größeren Spannung als 230 V betreiben. Die Kennlinie bei Dreieckschaltung wird also linear verlängert und erreicht bei 87 Hz die maximale Ausgangsspannung des Umrichters von 400 V.
Mit dieser Maßnahme wird eine Leistungserhöhung erreicht, da der Motor in Dreieckschaltung auch bei 87 Hz noch sein Nennmoment abgibt. Allerdings werden die Wicklungen des Motors bezüglich ihrer Isolationsfestigkeit deutlich höher beansprucht und der Motor erwärmt sich stärker.



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Re: Frequenzrichter

Beitrag #16355 von MadDarkStar » So 8. Okt 2017, 14:53

Danke für die schnelle Antwort! Ich hab den Motor wohl aus Gewohnheit im Stern angeschlossen.
Jetzt muss ich (als Energieelektroniker 19 Jahre im Dienst) nochmal dumm fragen:
Bringt dieser FU mit 1 x 230 V Anschluss jetzt eine Ausgangsspannung L1 - L2 von 230 V oder 400 V bei 50 Hz?

Einphasige FU's sind für mich absolutes Neuland. Ganz normale FU's haben bei uns nen 3 Phasen / 400 V Anschluss!

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Re: Frequenzrichter

Beitrag #16367 von HartlBe » So 8. Okt 2017, 19:47

MadDarkStar hat geschrieben:Bringt dieser FU mit 1 x 230 V Anschluss jetzt eine Ausgangsspannung L1 - L2 von 230 V oder 400 V bei 50 Hz?

Ein einphasiger FU bringt keine 400V L1 - L2 (das kann nur einer mit Drehstrom-Speisung)

Im FU wird der Wechselstrom gleichgerichtet und dann mit 10..100kHz zerhackt um wieder geglättet zu werden
Der Scheitelwert der 230V Wechselspannung liegt bei 230 * Wurzel(2) = 325V
Nach dem Gleichrichter liegen also ohne Last 325V am Ladekondensator
Somit ist das theoretische Maximum was der Umrichter bei ganz wenig Last bringen könnte L1 nach L2 325V
Praktisch wird er knapp 300V bringen

Wenn der Motor im Stern auf 75Hz kommt
dann wird er bei 300V im Dreieck die 100Hz nicht ganz schaffen - aber weit fehlen wird's nicht...

Bernhard




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